Hybriden

Was ist ein Hybride

„Unter einer Hybride, auch Hybrid (d.h. mit männlichem Geschlecht) […], versteht man im biowissenschaftlichen Sprachgebrauch ein Lebewesen, das durch Kreuzung von Eltern unterschiedlicher Zuchtlinien, Rassen oder Arten hervorgegangen ist.“ (www.wikipedia.de)

Bekannte Hybriden sind z.B. Maultiere, die eine Kreuzung aus Pferd und Esel sind.

Bei Hamstern sind damit immer Kreuzungen zwischen Campbell Zwerghamstern und Dsungarischen Zwerghamstern gemeint. Alle anderen Hamsterarten können sich aufgrund von verschiedenen Chromosomensätzen nicht miteinander fortpflanzen.

Woran erkennt man einen Hybriden?

Die Frage lässt sich nur schlecht beantworten. Es war lange Zeit nicht bekannt, dass Dsungaren und Campbells unterschiedliche Hamsterarten sind und somit wurden sie lange Zeit als eine Hamsterart miteinander verpaart. Man kann davon ausgehen, dass die meisten Hamster dieser Arten immer noch Hybriden sind und somit auch fast alle Tiere der Hamsterhilfe Hybriden sind. Reinerbige Dsungaren und Campbells gibt es kaum noch, v.a. in Vermehrungsfällen wie sie Grundlage der meisten Zooladenverkäufe und Notfälle ist. Da die Hamsterhilfe NRW die Reinerbigkeit der Hamster nicht beurteilen kann (dies würde nur bei einer sorgfältigen Zuchtauswahl mit bekannten Stammbäumen gehen),  unterteilt die Hamsterhilfe NRW die vermittelbaren Hamster nach einer phänotypischen Beurteilung, d.h. nach dem Aussehen der Hamster, in Campbells, Dsungaren und Hybriden (Hamster mit gemischten, phänotypischen Merkmalen).

Bei der Beurteilung, ob ein Hamster phänotypisch eher ein Dsungare, ein Campbell oder ein Hybride ist (d.h. auch phänotypische gemischte Merkmale aufweist), wird zunächst die Farbe beurteilt.
Dsungaren gibt es in 3 anerkannten Farben

  • Wildfarben (braun-grau)
  • Saphir (blau-grau)
  • Pearl (weiss) (Pearl ist eigentlich ein Zeichnungsgen und keine Farbe, wird hier einfachheitshalber aber wie eine Farbe behandelt)

Alle haben schwarze Augen.

Es gibt inzwischen noch andere Farben wie Merle (Schecken), Mandarin oder Camel, die als Dsungaren bezeichnet werden. Es ist aber nicht 100% geklärt, ob es wirklich Dsungaren mit Farbmutation sind oder doch Hybriden.

Campbells gibt es in sehr vielen Farben von wildfarben über Opal, Blue und Argente bis Schwarz. Einige Farben sind beispielhaft in der Kategorie „Aussehen“ beim Campbell aufgeführt.

Die einzige Farbe, die eindeutig zugeordnet werden kann, ist die Farbe Mushroom. Zwerghamster mit der Farbe Mushroom sind immer Hybriden.


Nach der Farbe schaut man sich den Körper an.

  • Dsungaren haben eine Ramsnase im Profil, Campbells haben keine Ramsnase
  • Dsungaren haben kleine Ohren die fast im Fell verschwinden, Campbells haben grosse Ohren
  • Dsungaren haben grosse, runde Augen, Campbell kleinere (schmalere)
  • Dsungaren haben an der Seite eine Dreibogenlinie welche Farblich dunkler abgesetzt ist gegenüber dem Rest des Fells(nicht bei Pearl), bei Campbells ist diese Dreibogenlinie verwaschen.
  • Dsungaren färben sich im Winter teilweise Weiss (Hamster die sich umfärben sind also definitiv Dsungaren oder Hybriden)

Wenn man also einen Hamster vor sich sieht schaut man ihn nach obigen Kriterien an und entscheidet dann, ob er optisch eher wie ein Dsungare oder eher wie ein Campbell aussieht.

Beispiele zur Unterscheidung

Mojo
Farbe Saphir -> kommt bei beiden Arten vor
grosse runde Augen -> Dsungare
Ramsnase-> Dsungare
Dunkel abgesetzte Dreibogenlinie -> Dsungare
sehr grosse Ohren -> Campbell

Mojo ist ein Hybride

Moppel
Wildfarben -> in der Ausprägung eher Dsungare, Campbells sehen etwas anders aus
Ramsnase -> Dsungare
grosse Augen -> Dsungare
kleine Ohren -> Dsungare
Dunkel abgesetzte Dreibogenlinie -> Dsungare

Moppel ist rein optisch ein Dsungare

Chabeli
Red Eyed Argente -> Campbell
keine Ramsnase -> Campbell
kleinere Augen -> Campbell
grosse Ohren -> Campbell
keine dunkel abgesetzte Dreibogenlinie -> Campbell

Chabeli ist optisch ein Campbell

Shorty
wildfarben -> kommt bei beiden Arten vor, unterscheidet sich aber optisch. Hier Campbell
keine Ramsnase -> Campbell
kleinere Augen -> Campbell
grosse Ohren -> Campbell
keine dunkel abgesetzte Dreibogenlinie -> Campbell

Shorty ist optisch ein Campbell

Verhalten

Vom Verhalten her kann man einen Hybriden nicht einer der beiden Arten zuschreiben. Manche kommen eher nach Dsungaren, manche eher nach den Campbells. Weitere Informationen zum Verhalten der Campbells und Dsungaren finden Sie in den entsprechenden Kategorien: Campbells & Dsungis

Gesundheit

Diabetes
Hybriden können die Diabetesdisposition der Campbellzwerghamster erben. Daher ist es dringend anzuraten, jegliches Obst und anderen Zucker zu meiden. Wenn Diabetes ausbricht, ist es nicht unmittelbar heilbar. Jedoch gibt es einige unterstützende Maßnahmen, die bei einigen Diabeteserkrankungen helfen können, wie z.B. sollte der Hamster auf eine strenge Diät gesetzt werden und genügend Wasser zur Verfügung stellen.

Es ist gerade bei Hybriden und Campbells anzuraten, die Ernährung schon prophylaktisch anzupassen. D.h. also nie Obst oder andere zuckerhaltige Sachen zu verfüttern und auch beim restlichen Frischfutter darauf zu achten, was es ist.
Mehr Infos zu Diabetes Im Hamster ABC unter Informationen zu Diabetes
Backflipping
Backflipping ist ein Syndrom, welches ausschliesslich bei Hybriden auftritt. Das Syndrom ist angeboren und nicht behandelbar. Oftmals bricht es während der Geschlechtsreife aus. Manchmal verbessert es sich später wieder.

In leichten Formen sieht man nur ein leichtes Kopfnicken, das ganze kann dann über rückwärts Umfallen bis zum Dauerkreiseln gehen. In sehr schweren Fällen ist eine Einschläferung ratsam.
Hamster mit Backflipping sollten besonders ebenerdig gross gehalten werden und möglichst ein Laufrad mit leichtem Ein- und Ausstieg haben (Empfehlung Holzlaufräder). Das Gehege darf nicht zu voll gestellt sein, damit sich der Hamster leichter orientieren kann und weniger Stolperfallen entstehen. Das Gehege muss so eingerichtet werden, dass der Hamster nicht tief fallen kann und keine spitzen Ecken hervorschauen, woran er sich verletzen kann. Große Sandflächen werden auch gerne angenommen. Nach unseren Beobachtungen bessern sich die Symptome dann oftmals. Jeglicher Stress sollte vermieden werden, so dass es vom jeweiligen Hamster abhängt, ob Auslauf besser nicht gegeben werden sollte. Die Umgebung des Hamsters sollte sich möglichst ebenfalls selten ändern.

Das Gehege muss so eingerichtet werden, dass der Hamster nicht tief fallen kann und keine spitzen Ecken hervorschauen, woran er sich verletzen kann.

Mi-Faktor
Der Mi-Faktor ist eins der Merkmale, an denen man sicher einen Hybriden erkennt. Dieser Faktor trat in der Familie von „Mojo“ auf und zeigt sich durch weiße Flecken am Körper.

Das ganze hat so noch keine gesundheitliche Bedeutung. Man hat in erster Linie nur einen Hamster mit einem oder mehreren weißen Flecken.

Die gesundheitliche Seite zeigt sich bei Verpaarungen (die man bei Hybriden sowieso vermeiden sollte).
Der Mi-Faktor ist dominant. D.h. wenn man einen Hamster mit Mi-Faktor mit einem ohne Mi-Faktor verpaart, haben 25% aller Nachkommen ebenfalls den Mi-Faktor(also weisse Flecken).
Verpaart man nun 2 Hamster mit Mi-Faktor miteinander, kann es bei 25% der Nachkommen zu einer Doppelung kommen. D.h. der Nachwuchs bekommt von beiden Elternteilen ein Gen mit Mi-Faktor.
Diese Jungtiere kommen augen- und zahnlos auf die Welt und sterben vollkommen unterentwickelt nach 2-3 Wochen.

Die Hamsterhilfe NRW distanziert sich ausdrücklich von Verpaarungen von Hamstern. Eine Weiterzucht mit Hamstern aus der Hamsterhilfe NRW ist ausdrücklich nicht gestattet.
 

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