Fernsehtermin: 25.03.2012, 18.15h, WDR 3 - neuer Hamsterhilfe NRW Film in der Sendung "Tiere suchen ein Zuhause"

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    • Hallo,

      ich habe mir auch ein paar Gedanken zu dem Thema gemacht und möchte mal ein paar neue Ansätze aufzeigen, die hoffentlich verdeutlichen, warum eine Organisation wie die HH fast schon gegen Gruppenhaltung sein "muss" und warum der Beitrag diese Nachricht vermittelt.

      Stellt euch vor, 50 Leute, die Hamster in Gruppen halten, haben diesen Beitrag gesehen (ich rede jetzt von "normalen" Menschen, dieses Forum hier, wo man so informiert ist, macht vielleicht - wenns hoch kommt - 20 % aller Hamsterhalter aus). Von diesen 50 Leuten haben 35 Dsungaren/Hybriden und 15 Campbells. Diese Zahlen sind natürlich willkürlich gewählt, aber einfach durch die Berichte hier im Forum erkennt man, dass viel mehr Leute Dsungaren halten.
      So diese 50 Leute entscheiden aufgrund des Berichtes, ihre Gruppen aufzulösen. Und jetzt möchte ich, dass man wirklich mal darüber nachdenkt, was schlimmer wäre:
      1) Die 15 Campbells (von denen vielleicht 5 sowieso alleine leben wollen - wurde ja auch öfter gesagt, dass auch manche Campbells keine Gesellschaft haben wollen) fühlen sich nun einsam und 50 Hamster bleiben definitiv unverletzt bei einer sofortigen Trennung.
      2) 10 - 15 Campbells sind zufriedener und 35 - 40 Hamster werden mit großer Wahrscheinlichkeit verletzt oder sogar tot gebissen bei der Entscheidung gegen eine Trennung.
      Für mich ist das eine ganz eindeutige Entscheidung, welche Variante hier besser ist!

      Der nächste Punkt ist doch - hier sind wir uns ja nun alle einig - die Erfahrung. Gehen wir nun mal davon aus, dass die HH sich dazu entscheiden würde, doch in Gruppen zu vermitteln.
      Und sofort tut sich der große Schwachpunkt auf. WAS genau macht hier die Erfahrung aus? Ist jemand erfahren, der schon Zwerghamster hatte? Ist jemand erfahren, wenn er zwei Campbells einzeln gehalten hat? Ist er erfahren, wenn er fünf Hamster hatte?
      Diese Entscheidung ist denke ich kaum zu fällen, es läuft also darauf hinaus, dass immer Einzelfallentscheidungen getroffen werden müssten. Sobald aber von einer Tierschutzorganisation Einzelfallentscheidungen getroffen werden, fängt das Gemecker an. "Ich hatte schon 5 Hamster, XY aber nur 4. Warum bekommt XY eine Gruppe und ich nicht?" Genau so würde es doch ablaufen!

      Und ein weiteres Problem ist zu bedenken - jeder hier ist der Meinung, dass man viel zu Hause sein muss, damit man die Gruppen gut beobachten kann.
      Wer entscheidet, was "viel" bedeutet?
      Darf man 8 Stunden am Tag arbeiten gehen? Darf man zwei Wochen am Stück in den Urlaub fahren?
      Was heißt denn überhaupt "gut beobachten"?
      Muss man mehrere Stunden am Tag vor dem Gehege sitzen? Ist wirklich gewährleistet, dass das Verhalten der Tiere richtig interpretiert wird?
      Das Argument zum Putzverhalten finde ich z.B. sehr wichtig! Da wir zwei Hunde hier haben, erleben wir beide Varianten beinahe jeden Tag. Sidney - der Ranghörere - putzt Lu mal liebevoll, um Zuneigung und Rudelzugehörigkeit auszudrücken, mal maßregelt er ihn, zeigt seine Dominanz, drückt ihn herunter und putzt ihn wirklich grob und man merkt dem Kleinen deutlich an, dass er es gerade über sich ergehen lassen MUSS und nicht WILL. Bei Hunden ist das recht gut zu erkennen - bei Hamstern bezweifle ich das!

      Zu guter Letzt finde ich es noch sehr wichtig, dass es eben auch schief gehen kann. Die HH hat nun eine Gruppe vermittelt und bekommt nach zwei Monaten die Tiere zurück, total zerbissen. ICH würde das nicht verantworten wollen und es wird immer wieder betont, dass man sich auch nach der Vermittlung für die Tiere verantwortlich fühlt - das finde ich übrigens wirklich super :top: - und dann hat die HH mit "Schuld" daran, dass diese Tiere leiden und verletzt werden, weil sie die Entscheidung getroffen hat, diese Tiere zusammen zu vermitteln.

      Noch eines zum Schluß:
      Ich persönlich habe bis jetzt 10 Hamster gehabt und würde mich zu den erfahreneren Haltern zählen, bin durch mein Studium sehr viel zu Hause und kenne durch meine Hunde viele Rudelstrukturen und Verhaltensweisen. Das wären objektiv gute Voraussetzungen für eine Gruppenhaltung. Trotzdem würde ich mich nicht an eine Gruppe trauen, diese Verantwortung wäre mir definitiv zu groß und ich weiß, dass wenn etwas passieren würde, wenn ich z.B. im Urlaub bin, ich mir sehr große Vorwürfe machen würde.
      Viele Grüße
      Verena
    • Gruppenhaltung bei Hamstern ist wie mit dem Feuer spielen, man wird sich irgendwann verbrennen. Leider leidet man dann nicht selber, sondern Tiere müssen die Zeche zahlen. Gruppenhaltung ist bereits bei Tieren, bei denen Gruppen immer wieder als richtige Haltensweise angesehen und gepredigt wird, mitunter schwierig. Nimmt man die Rennmäuse als Beispiel, kann es dort völlig unvermittelt zu bösesten Streitereien und plötzlichem Ausbruch von Revierverhalten kommen, die Anfänge unterschwelliger Aggressionsausübung muss man nicht einmal mitbekommen haben. Dies kann man in der Regel erfolgreich durch eine lange Eingewöhnungszeit, die Auswahl eines passenden Partnertieres und eine Gruppengröße von max. 2 Tieren unterbinden/vermeiden, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Bei Hamstern dagegen würde ich nicht einmal den Versuch unternehmen, Tiere - natürlich gleichen Geschlechts und mit familiärer Bindung - im Alter von über ca. 8 Wochen zusammen zu halten. Wir hatten ein Mal Nachwuchs, eine Zoogeschäftsträchtigkeit. Unsere kleine Biene schenkte uns 3 Mädels und 3 Jungen. In beiden Gruppen, die wir während der Vermittlungsphase (ausschließlich an gute Freunde) in getrennten Bereichen hielten, konnte man schon früh Streitigkeiten und Gruppenbildung erkennen. Wir haben sie gerade noch rechtzeitig abgeben können. Alle hatten dann zum Glück ein prima Zuhause als Einzelhamster, 2 Mädels haben wir behalten, sie waren einfach zu süß zum Abgeben.

      Ich habe nun schon mehr als ein Dutzend Hamsterchen gehabt, sicher, viele davon waren Mittelhamster und damit erst recht niemals geeignet, sich ein gemeinsames Zuhause zu teilen, aber auch bei Zwerghamstern würde ich diesbezüglich keine Ausnahme machen. Hamster dürften generell alleine viel glücklicher sein als zusammen, denn wer nicht um den Verlust seines Reviers fürchten muss, kann viel entspannter und stressfreier leben!
      In Gedenken an:
      Bohne, Babe, Biene, Pebbels, Pinkie, Peanut, Muffin, Mini, Kasimir, Lizzy, Murmel, Böhnchen, Muckie, Pünktchen, Purzel, Dicki, Mauli, Pepper, Lucy, Paula, Betty, Pepe, Gizmo, Paule, Jackie, Chisou, Anton, Mäuschen, Urmeli, Tiffy & Lilly, Whity & Charlie, Nobbie, Gemma, Bella, Füchschen, Möhrchen, Mimi, Dickie & Speedy, Mini, Hera, Nelly, Max, Benny & Wickie, Gizmo & Hugo samt Familie!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Henning39 ()

    • :hallo2:

      und wieder ein kleiner Erfolg. Eine Frau rief heute an, die für ihre knapp 14 Jahre alte Tochter einen Hamster kaufen möchte. Eigentlich hatte sie vor 2 Hamster in einem Zooladen zu kaufen, damit sie nicht so alleine sind. Nur aufgrund unseres Beitrags wird sie es nun nicht mehr machen und lieber bei uns einen Hamster holen. Die unterschiedlichen Hamsterarten kennt sie nicht und daher gibt es in den nächsten Tagen zunächst ein ausführliches Beratungsgespräch über die verschiedenen Hamsterarten und deren Haltung in einer unserer Vermittlungsstellen. :klatsch:
      Viele Grüße
      dein Hamsterhilfe NRW e.V. Team