Entwicklung einer zufriedenstellenden Mittelhamster-Hauptfuttermischung

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    • Entwicklung einer zufriedenstellenden Mittelhamster-Hauptfuttermischung

      Ajdika schrieb:

      mit dem Miha-Futter nach kipi geht es mir genauso, Knut musste das ja kriegen, da er mit anderem Futter vermehrt Schuppen hatte und auffällige Trinkmengen hatte. Ich habe es noch ein bisschen umgewandelt, damit Knut nicht so viel liegenlässt. Bei manchen Bestandteilen wäre er nämlich lieber verhungert, als die zu fressen. Nun ist Knut ja leider früh an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben und ich habe noch etwas Futter übrig, das ich nun den anderen MiHas untermogeln wollte. Trotz Abwandlung wird das Futter aber gekonnt ignoriert und von den Kürbiskernen mal abgesehen liegengelassen. Wenn ich dann ein paar Tage später wieder meine eigene Mischung füttere, wird sich drauf gestürzt wie die Weißen Haie. Die kipi-Mischungen für Zwerge finde ich ja perfekt und empfehle die auch gerne weiter, nur die kipi-Mischung für MiHas hat hier echte Akzeptanzprobleme. Sowas wie ganze Sonnenblumenköpfe oder massig Nüsse gibt es hier dabei nicht.

      Hallo Ajdika,

      im kipi- konzept geht es ja vornehmlich um Zwerghamster.
      Ernährungsbedingte Probleme wie Übergewicht, Steinbildungen, Fellprobleme und Schmierkot betrifft aber auch etliche Mittelhamster, wenn sie die üblichen Fertigmischungen erhalten. Deshalb wurde im kipi-Konzept eine Beispielmischung für Mittelhamster aufgenommen, die dies ihren Zutaten nach wieder ausheilen kann. Dazu gehört natürlich, nach Behebung des Schadens ein weiteres Fütterungsvorgehen vorzuschlagen, um Rückfälle zu vermeiden. Dies alles bietet das Buch und wirkt, wo die Großen es annehmen.

      Allerdings: Eine so breit angelegte Versuchsphase wie bei den Zwergen konnte ich dabei nicht leisten, sodass Hamster ihrem Appetit nach zuweilen durch die Maschen fallen. Das weiß ich wohl :whistling:
      Tipps, inwieweit einzelne Komponenten je nach Appetit getauscht werden könnten, werden ja in Kapitel 4.2 des Buches weiter erläutert, allerdings immer bindend im Hinblick an zu vermeidende Komponenten, die ursächlich dafür verantwortlich sind, bei empfindlichen Mittelhamstern oben genannte Probleme auszulösen.

      Ich freue mich schon, damit so manchem Mittelhamster aus der Patsche geholfen zu haben.
      Aber natürlich sehe ich auch, dass es manchmal einfach daran scheitert, dass der Hamster die Mischung nicht annimmt. Und an dem Punkt ist mir in Bezug auf Mittelhamster dann auch die Grenze gesetzt.

      Ob für Mittelhamster dringender Bedarf besteht, sie wie die Zwerge flächendeckend auf eine ganz bestimmte Mischung umzustellen, kann ich auch gar nicht sagen.

      Da seid ihr engagierten Mittelhamsterhalter nun gefragt. - Falls nötig, ist es wie bei den Zwergen sicher ein Prozess, der sich über Jahre zieht.

      Meine Empfehlung: Schließt euch zusammen. Gleicht eure Erfahrungen ab. Welche Tiere haben unter welcher Fütterung welche Probleme entwickelt - was tat sich bei Futterangleichungen. Inwieweit kommen bei Veggies, die eventuell nur Joghurt schlecken, schon allgemein weniger Probleme auf (bei den Zwergen war es anfänglich ein Zufallsbefund, zu sehen, dass Fleischkostverweigerer allgemein besser aufgestellt waren).
      Diese Beobachtungen im Abgleich dazu, was das kipi-Konzept an generellen Ernährungsfallen aufführt, müsste euch eigentlich zu guten Ergebnissen führen.

      Dazu bedarf es einen Stamm verlässlicher Halter, die genau dokumentieren.
      Und einem, der dies dann zusammenfassend abgleicht.
      Sehr viel Arbeit, kann ich euch verraten ;)

      Meiner Erfahrung nach scheitert ein gelungener Abgleich zur Fütterung leicht daran, dass simple Erkenntnisse darüber, was Unregelmäßigkeiten bewirken können (Kapitel 6.4) außer acht gelassen werden. Also gar nicht so einfach, ein Trüppchen zu bilden, dass so viel Zeit und Grundwissen aufbringt, dass man relativ gesichert, empirisch darauf aufbauen kann.

      Bedenken müsst ihr bei euren Erhebungen also: Eine definierte Futtermenge, unbedingt täglich gegeben (Kapitel 6.4), schaffen schon einmal eine relativ verlässliche Übersicht.

      Welche Fertigmischungen werden allgemein gern gefressen und bringen keine ernährungsbedingten Auffälligkeiten mit sich? Hier müssen Beigaben akribisch mit erfasst werden.

      Falls keine der handelsüblich angebotenen Mischungen ein befriedigendes Ergebnis bringt, sodass man sie bedenkenlos weiterempfehlen kann:
      Welche Komponenten werden allgemein sehr gern angenommen und wie verbinden sie sich?
      Hierbei muss man wissen, dass sich die Fresslust je nach Zusatzangebot oder weiteren Komponenten auch wieder verändert.
      Hinter diesem Mechanismus steckt ein ernährungswissenschaftlich erfasstes Syndrom: Organismen verleiben sich quasi zwanghaft primär ein, was an elementaren Grundstoffen (Kohlenhydrate, Fett, Eiweiß) am hochwertigsten ist. Dies beruht auf dem Umstand, dass sie ursprünglich vom Verhungern oder mindestens Mangelernährung bedroht waren.
      Auf Zeiten des Überflusses sind sie nicht programmiert, sodass sie dieses Verhalten auch dann nicht ablegen, wenn sie derart im Überfluss leben, dass sie sich daran krank fressen.
      Sie fressen also nicht aus blanker Leidenschaft, sondern weil sie instinktiv gezwungen sind, dass Hochwertigste zu favorisieren. Auch wenn ihnen das letztendlich Übel bekommt.
      Es kommt also darauf an, eine Mischung zu finden, die wie bei den Zwergen gelungen, zufriedene Hamster ernährt, die ohne ständige Zufütterungen auskommen.
      Gelungen ist dies, wenn man die Handfütterungen über das Hauptfutter vornehmen kann. Gibt man den Zwergen Hanf, Silberhirse- und Flachsbüschel, Fichten- (bzw. Kiefernkerne) etc. extra - alles Zutaten, die ihr Hauptfutter auch enthält, sacken sie das freudig ein.

      Im Umkehrschluss: Sollte ein Mittelhamster also tatsächlich trotz aller vernünftiger Ansätze z.B. ausschließlich SBK, Nüsse und Kürbiskerne fressen, so gibt man dazu höchstens noch ein wenig Dinkel, ein bisschen Urweizen, wenig Hülsenfrucht, auf keinen Fall noch tierisches Eiweiß oder Sojaprodukte, aber 2x wöchentlich ein geeignetes Milchprodukt, günstigerweise Joghurt.
      (Dazu natürlich die ganze Palette wichtigen Frifus)

      Das Mischverhältnis Öl zu Mehl muss dabei neu definiert werden, um Nährstoffberschüsse zu vermeiden - und dies müsste sorgfältig getestet werden. Grob bedacht würde ich ansetzen bei: 70 ÖL zu 30 Mehl - also genau umgekehrt als üblich.
      Beim Öl sollten in dem Fall Kürbiskerne und SBK den Vorrang haben, Nüsse anteilmäßig am Gesamtölalanteil bei 30 Prozent liegen.
      Dazu müsste man an vielen verschiedenen Hamstern (aktiven und ruhigen Vertretern) abgleichen, wie genau sich die Komponenten zusammensetzen sollten und ob etwas davon im Gesamtpaket stört. Oftmals hängt es an klitzekleinen Änderungen, die das Gesamtkonzept entscheidend verändern, im Guten wie im Schlechten, auszumachen am Gewicht.
      An Analysen kann man sich dabei nur grob halten - ich beschreibe es ja auch im kipi-Konzept: Reine Nährwertangaben haben praktisch keine Aussagekraft! Es kommt immer auf das Gesamtpaket an, weil die Wechselwirkungen der einzelnen Zutaten im Stoffwechsel ausschlaggebend sind.
      Das Herausfinden macht wirklich nicht gerade Spaß - aber wenn man es einmal hat, ist es toll und der Mühe wert gewesen.


      Die große Gefahr: Gibt man dieser reichhaltigen Mischung auch nur im Geringsten tierisches Eiweiß oder Sojaprodukte hinzu, ist der Schaden angerichtet. Und leider verkennen viele KG s immer wieder stark, wie fatal "das bisschen" wirken kann, dass sie dann noch unterjubeln.

      Und deshalb würde ich so eine Mischempfehlung nie und nimmer in Umlauf bringen! Also bitte keinesfalls in meinem Namen aus diesem Beitrag herauszitieren oder weiterempfehlen, da er allein im Kontext für euch hierher gehört!


      Ihr schafft es schon noch, das Optimum für eure Tiere zu erlangen, falls gängige Mischungen nicht die gewünschten Ergebnisse bringen sollten. Es braucht viel Zeit und Sinn für Erhebungen, aber es ist machbar.
      Für alles, was an ernährungsbasierten Kentnissen dazugehört, stehe ich immer gern zur Verfügung und schaue gern drüber, ob es meinen Recherchen nach im Hinblick auf zu befürchtende Krankheitsentwicklungen etwas zu bemängeln gäbe.

      In puncto Erhebungen möchte ich in dem Zusammenhang auch auf Benno verweisen, der garantiert viel empirisches dazu beitragen könnte, da er viel für sich dokumentiert @ConkerTheSquirrel :)
      Liebe Grüße, Eva mit den Robos Minino und Bo - und den Campbells Mila & Manou
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    • liloba schrieb:

      In puncto Erhebungen möchte ich in dem Zusammenhang auch auf Benno verweisen, der garantiert viel empirisches dazu beitragen könnte, da er viel für sich dokumentiert @ConkerTheSquirrel
      Oha - das ist aber wohl doch ein bisschen zuviel des Lobes! :rotwerd:

      Zweifellos habe ich einiges an Erfahrung gesammelt, denn seit 2005 haben wir durchgehend Hamster (sämtlich MiHa). Eingestehen muss ich aber, dass ich mich niemals auch nur annähernd so eingehend mit Zusammensetzung und "Wirkung" des Futters beschäftigt habe wie @liloba bei ihren Zwergen. :anbet:

      Selbstverständlich haben wir anfangs das "handelsübliche Markenfutter" verwendet; dann aber auch, wie ich gerne zugebe, eine äußerst preisgünstige Mischung (in einem großen Eimer) buchstäblich "vom Baumarkt". Diese haben wir an unsere erste Hamsterdame Fussel verfüttert, die trotzdem bis heute eines unserer Leichtgewichte geblieben ist und niemals zu dick war oder Fell/Hautprobleme hatte oder sonstwas. (Dass sie dann nur 12 Monate alt geworden ist, lag an etwas völlig anderem - Ausbruch aus dem Käfig, "verunfallt" im Keller...)

      Bald sind wir dann bei der Rodipet-Futtermischung gelandet und lange dabei geblieben. Aufgrund von Empfehlungen habe ich dann zu MYP bzw. Mixerama gewechselt. Mit Erfolg: Paula war nach GBE-OP deutlich übergewichtig geworden, und nach dem Futterwechsel hat sie (aber auch die drei anderen) bis zu 15g abgespeckt. Ob das nun aber an der Qualität des Futters an sich lag oder nur an dem Futterwechsel (nicht alle neuen Bestandteile werden auf Anhieb akzeptiert)? Wer kann das schon mit letzter Sicherheit sagen? Immerhin blieben die Gewichte mit dem neuen Futter in etwa konstant.

      Bei Mixerama bin ich jedenfalls geblieben. Und zwar Fertigmischung, wie ich betonen muss, weil ich mir überhaupt nicht zutraue, eine bessere Mischung selbst zusammenzustellen. Inzwischen hat der Hersteller ja auch das (zuvor gravierende!) Mottenproblem in den Griff bekommen... :whistling: Ich weiß, dass einige hier im Forum in Sachen Futtermischung weitaus kompetenter sind als ich.

      Mein verhältnismäßiges Unwissen hat aber irgendwie auch etwas mit Erfahrung z utun. Nämlich dahingehend, dass die MiHa äußerst unterschiedlich sind, in ihren Vorlieben sowie in ihrem Fress- und Vorratsverhalten. Manche sammeln eifrig - je mehr Futter, desto besser - und bleiben rank und schlank. Andere hauen aber auch mehr rein, wenn es mehr Futter gibt; da muss man dann schon aufpassen.

      Hier noch ein paar Beispiele:

      Wenn der Hamster im Alter über Gebühr zunimmt, kann es etwas mit dem Herzen zu tun haben (so jedenfalls mein Verdacht, z.B. bei Julius). Nur - was füttert man dann am besten? :nixw:

      Tierisches Eiweiß hin und wieder soll ja durchaus sein. Mehlwürmchen? Cleo war begeistert (sogar von Grillen und Grashüpfern), Alberich ist begeistert, andere winken angewidert ab. Dann also gekochtes Ei(weiß). Selten auch mal ein bisschen Rindfleisch. Auch dabei nicht in jedem Fall uneingeschränkte Begeisterung. Demzufolge geht das bei uns alles mehr so "nach Gefühl", dem Nobby z.B. brauchte man erst gar keine Mehlis zu geben.

      Manche "Verweigerer" bleiben äußerst standhaft, andere wiederum ändern mit der Zeit ihren Geschmack. Felix ignorierte sein halbes Leben lang seinen Joghurt konsequent. Kaum dass er Demodex-Schuppen im Fell hatte, verschlang er ihn plötzlich regelrecht. Gibt es da irgendeinen kausalen Zusammenhang, oder ist das bloß ein zufälliges zeitliches Zusammentreffen? :nixw:

      Hannibal hatte weit über ein Jahr durchgehend einen hohen Anteil an weichem Kot. Kotuntersuchungen haben nichts Auffälliges ergeben, keine Parasiten. Vorsichtige Experimente beim Füttern (eher so in Richtung weniger oder mehr Frischfutter) brachten keine Erkenntnisse. Ich befürchtete, im Alter würde es schlimmer werden. Genau das Umgekehrte trat ein: kaum war Hannibal zwei Jahre alt, hatte er urplötzlich keine Matschköttel mehr! Bis zu seinem Tod mit 33 Monaten gab es nur 2 nennenswerte Rückfälle von jeweils etwa 1 Woche Dauer (plus einen kleineren von 1-2 Tagen). Und hatten wir da irgendwas am Futter verändert? Klares Nein!!! (Weder vor dem Ausbleiben der weichen Köttels, noch vor den Rückfällen). Rätsel über Rätsel...

      Eine kleine Ausnahme bildet unser "Joghurt Hausmarke". :hgrins: Da hat sich im Laufe der Zeit eine gewisse Zusammensetzung eingespielt, aber ich hüte mich davor zu behaupten, dass irgendwas davon unverzichtbar sei. Vielleicht wäre Joghurt natur ohne irgendwelche Zusätze genausogut (oder womöglich sogar besser?). Nix Genaues weiß man nicht...

      Jedenfalls bekommen unsere Hamster in schöner Regelmäßigkeit zweimal die Woche ein Teelicht-Gläschen davon.

      (Für alle Interessierten die Zusammensetzung:
      - 3,5%iger Joghurt natur
      - eine Prise Echinacea-Pulver (früher: zerbröselte Echinacea-Blätter), Stärkung des Immunsystems
      - eine Prise Propolis-Pulver (Herz-Kreislauf)
      - ein paar Chia-Samen (früher Leinsamen)
      - etwas feine Sojaflocken oder Sojamehl (Fell)
      - u.U. stattdessen Haferflocken (bei Rekonvaleszenz)
      - manchmal zusätzlich eine Prise Teufelskralle- oder Grünlippmuschelpulver (Gelenke)
      Mengen jeweils nach Gefühl, keine genauen Angaben möglich).

      Mein Fazit: an tieferen Erkenntnissen bei der Futterzusammenstellung wäre ich auch sehr interessiert. Tiefschürfende und vor allem abgesicherte Erkenntnisse vermag ich leider kaum beizubringen, lediglich diverse Beobachtungen (s.o.) mit sehr vielen Fragezeichen dran.

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    • ConkerTheSquirrel schrieb:

      Zweifellos habe ich einiges an Erfahrung gesammelt, denn seit 2005 haben wir durchgehend Hamster (sämtlich MiHa). Eingestehen muss ich aber, dass ich mich niemals auch nur annähernd so eingehend mit Zusammensetzung und "Wirkung" des Futters beschäftigt habe wie @liloba bei ihren Zwergen.
      sag ich doch - da kommt schon viel Interessantes zusammen oo)

      Meine Einstiegserfahrung bei den Zwergen war auch, dass das "schlimmste Futter", das ich unbedarft vertrauensvoll gefüttert hatte, nicht die Probleme aufwarf, die ich dann unter dem hochwertigen und anfänglich in Hamsterkreisen allseits gehypten Futter bekam.
      Darauf basierend begann, was mich seit Jahren beschäftigt hält :rolleyes:

      Ohne die zu meinem Bekanntenkreis zählende Ernährungswissenschaftlerin und deren großartige Unterstützung, über die ich noch immer dankbar staune, wäre ich allerdings nie und nimmer so weit gekommen :nettnein:
      Die Grundfeste der Ernährung und ihrer von uns selbst gestellten Fallen konnte ich so im kipi-Konzept verankern - und deshalb taugt das Buch nicht nur für die Zwerge, denen daraus ein erprobtes Konzept entstand, sondern kann auch den Mittelhamsterhaltern dazu dienen, bei Bedarf an ihrer Fütterung zu feilen, da wo Tiere sich, aus welchen Gründen auch immer einen Schaden angefuttert haben, oder eine Unverträglichkeit entwickelten.
      Was bei Mittelhamstern aber längst nicht so gehäuft vorkommt, wie bei den Zwerghamstern, die eine minimale Abweichung ihrer geeigneten Kost schon auffällig oft aus der Bahn wirft.
      Liebe Grüße, Eva mit den Robos Minino und Bo - und den Campbells Mila & Manou
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    • Hallo,
      so richtig mit Aufzeichnungen, welcher Hamster was in welcher Menge zu fressen bekam, welche Gebrechen sich einstellten und wie alt sie wurden, kann ich leider nicht dienen. Ganz grob habe ich ein paar Dinge noch im Kopf, aber ich habe keine Tabellen o.ä.
      Angefangen hatte die Hamsterhaltung hier ich meine so um 2002 oder 2003 herum. Damals gab es die stinknormalen Zooladenfuttersorten - teils von der gewissen Marke mit dem V, teils eine Eigenmarke des Zooladens. Im Nachhinein betrachtet ist mir wohl mindestens ein Zwerg leider an Diabetes gestorben, nur wusste man um die Diabetesproblematik damals noch nicht so (oder ich wusste es jedenfalls nicht). Aber hier geht es ja um die MiHas. Einzelne Gesundheitsprobleme bei den MiHas, von denen ich aber natürlich nicht sagen kann, ob sie mit der Fütterung zusammenhingen, waren eine GBE, Leberzysten und ein Goldi, bei dem alle Symptome nach Diabetes aussahen (evtl. in Wahrheit ein Blasenstein? Wir werden es wohl nie wissen). Was sich unter dieser Fütterung aber durchgängig zeigte, waren Hamster, die mit 1,5 bis 2 Jahren tatterige Greise waren und stakselig liefen. Irgendwann habe ich dann auf das Fairytale Mittelhamsterfutter Extra gewechselt. Einige hatten damit keine Probleme und haben sich auch auf das Futter gestürzt. Krümel bekam unter diesem Futter Blasenentzündungen und -Gries, ich vermute, dass das für ihn einfach ein bisschen zu viel Eiweiß auf einmal gewesen war, das ist ja recht mehlwurmlastig und eher was für aktive Zuchttiere, die wegen der Jungenaufzucht viel Eiweiß brauchen. Da spielen bestimmt noch andere Faktoren, vielleicht auch Veranlagung, mit rein, dass bei gleicher Ernährung ein Hamster solche Probleme bekommt und ein anderer nicht. Bei Krümel gipfelte das ganze in einem Hodenabszess, sodass dann in einer Not-OP beide Hoden operativ entfernt wurden. Nach der OP wurde aus seinem Langhaar-Teddy-Plüsch nicht nur eine Kurzhaarfrisur, auch sein Wesen änderte sich und er ging auf wie ein Hefekloß. Aus einem ehemals aktiven Teddy wurde ein ziemlich bewegungsfaules verfressenes Phantömchen, wog er früher mal 165g, wurden dann 230 Gramm daraus. Also wieder Zeit für einen Futterwechsel, Kriterien waren ein Futter, das den Urin nicht verfärbt (nach den ganzen Blasenentzündungen wollte ich nicht jedesmal einen Herzinfarkt kriegen, wenn Krümel ein Stück Rote Beete oder Löwenzahnwurzel gefuttert hat) und womit Krümel abnimmt oder zumindest nicht weiter zunimmt. Der Sieger war dann das All Inclusive Menü ohne tierisches Eiweiß von der Futterkrämerei. Das bekamen dann auch alle anderen MiHas, bis die Futterkrämerei ihr Sortiment umgestellt hat. Probleme hatte ich damit keine, wenn man mal von unfreiwilligen blinden Passagieren absieht. Nachdem es dieses Futter nicht mehr gab, habe ich angefangen, das Futter selbst zu mischen. Das war das erste Rezept: Buchweizen 24gDinkel 25gEinkorn 10gGerste 25gGrünkern 15gRoggen 25gWeizen 25gPaddy Reis 25gMais 20gEmmer 20gHaferflocken 10gAdzukibohnen 10gMungbohnen 15gLinsen 14gKichererbsen 25gErbsen grün 15gErbsen gelb 10gReis, gepufft 10gAckerbohnenflocken 10gErbsenflocken 10gDari, Sorghum 10gFenchelsamen 10gHanf 10gKardi 25gLeinsaat 20gMariendistelsaat 20gRadieschensamen 10gSonnenblumenkerne 15gWicken 10gWassermelonenkerne 10gSojakerne 10gHagebuttenkerne 10gTrockengemüse:Pastinake 10gBroccoli 10gKürbisflocken 10gKarottenscheiben 10gSüßwasserfische 10g. Gefolgt von diesem Rezept, auf das wirklich alle MiHas, selbst mäkelige Mimosen, total standen:

      10g Cranberries, 10g Karottenscheiben, 10g Pastinake, 15g Kürbisflocken, 20g Broccoli, 10g Haselnusskerne, 10g Wicken, 15g Sonnenblumenkerne, schwarze, 20g Mariendistelsaat, 10g Kiefersamen, grob, 30g Kardi, 10g Hanf, 10g Hagebuttenkerne, 10g Dari, Sorghum, 15g [ja was denn nun? leider hat Mixerama einige Sachen im Sortiment geändert und danach nicht mehr angezeigt, um welche Bestandteile es sich handelte und ich war so blöd, das Rezept nicht auf Papier aufzuschreiben...], 15g Mungbohnen, 10g Linsen, 25g Kichererbsen, 10g Erbsen, gelb, 15g [unbekannte Zutat], 10g Adzukibohnen, 10g Ackerbohnenflocken, 20g Roggen, 20g Hafer, geflockt, 20g Emmer, 25g Weizen, 20g Mais, 25g Gerste, 15g [unbekannte Zutat], 10g Einkorn, 25g Dinkel, 24g Buchweizen.
      Je nach Individuum gab es immer mal wieder kleinere Abwandlungen, da die Geschmäcker teils recht verschieden sind, sich ab und an die Verfügbarkeit einzelner Zutaten im Futtermixer ändert und man ja auch dazulernt. Aktuell sind wir bei diesem Rezept: 70g Buchweizen, 60g Dinkel, 35g Einkorn, 70g Gerste, 65g Mais, 50g Weizen, 40g Emmer, 40g Hafer, 30g Haferflocken, 50g Dari Sorghum, 10g gepuffte Hirse, 20g Paddy Reis, 50g Milo, 20g Ackerbohnenflocken, 20g Mungbohnen, 10g Linsen, 30g Kichererbsen, 30g Erbsen gelb; 20g Hanf, 60g Kardi, 40g Mariendistelsaat, 50g SBK schwarz, 20g Wicken, 10g Haselnusskerne, 10g Leinsaat, 40g Kürbiskerne; 10g getrocknete Cranberry, 10g getrocknete Pastinake, 10g getrockneter Kürbis, 20g getrocknete Karotte. Warum gepuffte Hirse? An sich ist das volle Korn ja eher vorzuziehen. Allerdings sind meine aktuellen MiHas eher eine Rentner- u. Handicap-Gang, die nicht vom Fleisch fallen sollen und denen es nicht schadet, wenn die gepuffte Hirse leichter verwertbar ist. Außerdem wird dieselbe Hirse in gepuffter Form ohne Beschwerden gefuttert, während sie als naturbelassene Hirsekörnchen ignoriert wird. Getrocknete Mehlwürmer, Seidenraupenpuppen, Gammarus, etc. sucht man in meinen Mischungen vergeblich. Ab und an gibt es mal frische Mehlis, Naturjoghurt oder Hühnerbrust, allerdings nicht täglich, sondern eher alle paar Wochen mal bzw. wenn lebende Mehlis da sind, dann gibt es 1-3 Mehlis in der Woche, bis die Mehlwürmer entweder alle verdrückt wurden oder aber sich verpuppt haben. Bisher scheine ich damit recht gut zu fahren, denn noch ist das zwar nicht aussagekräftig und könnte auch Zufall sein, aber seit ich das Futter selbst mische und so füttere, wurden die Hamster im Schnitt älter bzw. waren / sind auch mit Ü2 noch fit am Umherrennen und nicht so stakselig tatterig. Das sind aber nur grobe Tendenzen und dass man dieses oder jenes unter diesem oder jenem Futter beobachten konnte, muss auch noch nicht heißen, dass Futter XY für Gesundheitsproblem Z kausal war.
      Knut hatte anders als die übrigen MiHas das Goldi-Futter nach dem kipi-Konzept bekommen, da wir ja den Verdacht auf Blasensteine hatten.
      Viele Grüße
      Ajdika u.a. mit Shadow und Mojito
    • Neu

      @ConkerTheSquirrel
      Du hast ein paar interessante Punkte angesprochen, zu denen ich noch was beisteuern kann. Stelle ich später ein.

      @Ajdika
      Sehr interessant und ja auch schon eine Menge Entwicklung mit drin aus ernährungsphysiologischer Sicht, von Mischung 1 zu Mischung 3,wo unter Ausschluss von Roggen der Entwicklung von generellen Getreideunverträglichkeiten vorgebeugt wird.
      Kürbis- und Mariendistelkerne sind aufgrund ihres allgemeinen Zell-, Leber- und Schleimhautschutzes inzwischen nicht mehr drin wegzudenken.
      Sojaprodukte sind raus.

      Im Endeffekt müsste Hirse, wenn sie bei vielen Miha so unbeliebt ist, wirklich ersetzt werden.

      Bei den Zwergen haben wir ja zunächst auch erst einmal gründlich gesichtet, was an Saaten gar nicht genommen wird. Der Grassameneklat ließ sich dann ja auch nach einigem hin und her zufriedenstellend regeln, wie in Kapitel 7 beschrieben.

      Neben also noch folgenden Fragen meinerseits und auch schon gesichteten Anregungen deiner Entwicklungen: Was genau sollte man deiner Erfahrung nach in den Mischungen besser ausklammern, um überhaupt zu einer Art Grundakzeptanz zu kommen?
      Und was an Zutaten sollten rein ihrer Beliebtheit nach am ehesten drin / am stärksten vertreten sein?

      Wenn man davon ein Bild hat, kann man von dort aus wieder ernährungsphysiologisch dran basteln.

      Neben Hirse haut auch der Reis nicht besonders vom Hocker, oder?
      Wie steht es um Buchweizen in größeren Mengen?
      Über Mais höre ich auch öfter Klagen.
      Was ist mit den Ölsaaten. Besonders die kleinen sind ja eher Zierde. Was geht da richtig gut?

      Deiner nachvollziehbaren Beschreibung nach ist der Flocken/Gepufftes-Anteil, so gering gehalten für Mäkler ja wirklich sinnvoll.
      Zur Ausheilung von Grießen/Steinen muss man sie leider konsequent streichen.
      Aber in einerprophylaktisch sinnvollen Normalmischung für Mittelhamster hätten sie deiner Argumentation folgend als Kleinanteil durchaus Berechtigung und sollten dann auch eingeplant werden.

      Wenn die Saaten in Mischung 2 alle angenommen wurden, wäre das auch dann der Fall, wenn Flocken etc. herausfallen würden?
      Für viele Hamster wäre diese Mischung ja zu gehaltvoll, aber eventuell eine gute Basis für eine abgeschlankte Variante?

      Wie steht es um den Weizen?
      Wird er nicht explizit gern genommen, würde ich seinen Anteil strikt auf Urkorn aufteilen (Emmer, Einkorn, Dinkel /Grünkern) – aus (abgemilderten) Gründen wie beim Roggen.

      Warum getrocknetes Gemüse? Rein ernährungsphysiologisch unsinnig, da Frischkost weitaus wertvoller ist. Sollte er aber beliebt sein, eventuell sogar den Appetit anregen, schadet er in geringem Anteil natürlich auch nicht und hätte besonders für untergewichtige Kandidaten seine Berechtigung.

      Dass Shops Flocken, Gepufftes, und getrocknetes Gemüse ebenso wie getrocknete Insekten in ihre Mischungen packen, hat ja wenigermit sinnvoller Ernährung zu tun als damit, dass sich diese Zutaten billig erstehen lassen und obendrein kostengünstiger zu lagern sind als reine, unverarbeitete Saaten. Außerdem lockt das Bunte die Kunden, die mehr auf Optik als auf Inhalt Wert legen. Schreibt man dann noch dahinter, was in hohem Anteil drin steckt, zieht das bei den meisten.

      Diese folgende Info ist nicht explizit an dich gerichtet, sondern der Vollständigkeit halber an Mitleser, denen das eventuell noch nicht so klar ist:
      Bei Fleisch möchte ich anmerken: Wenn es nicht ausgewiesenes Biofleisch ist, bringt man den Organismus der Winzlinge schnell an seine Grenzen, jetzt mal bei kleinen Mengen die Eiweißproblematik beiseitegeschoben:Kommerziell erzeugtes Fleisch ist bedauerlicherweise antibiotikabelastet. Das Immunsystem fährt unter diesem Fleischverzehr herunter, was Entzündungen Vorschub leistet. Auch die Hormonbelastungen (Wachstumshormone sind immer drin, aber u.U. auch andere einflussnehmende Stoffe) führen bei Aufnahme solcher Stoffe leicht zu negativen Beeinflussungen im Hormonhaushalt des Verzehrers. Ein gesundes Tier steckt seltene Gaben in der Regel gut weg, aber angeschlagene Tiere können prompt reagieren. Fellauffälligkeiten können erste Anzeichen dafür sein, dass innerlich eine Kette ungünstiger Reaktionen ausgelöst wurde, die sich zu einem Syndrom entwickeln.

      Auch bei Eifütterung stellt sich die gleiche Problematik der Belastung, wenn es nicht ausgewiesene Bioeier sind, also mit „0“ gestempelt.

      Ebenso sind getrocknete Insekten aus Massenhaltung nicht unter wertvoller Nahrung zu verzeichnen.
      Der Ratgeber unserer Homepage hier zeigt deshalb eine einfach zu gestaltende Mehlwurmhaltung auf.
      Wem das zu aufwendig ist: Das Weglassen tierischer Komponenten führt zu inzwischen vielfachbeobachteten, einwandfreien Ergebnissen.

      Den Supergau allerdings stellt das immer mal wieder empfohlene Trockenfleisch dar. Dieses ist genauso wenig von Verseuchung bewahrt wie Frischfleisch, wird aber im Haltbarmachungsprozess phosphoresziert, was nicht deklariert werden braucht. In dem „Fleisch, getrocknet und sonst nichts“ steckt also eine Quelle mit drin, die die Steinbildungen noch zusätzlich zur Fleischaufnahme fördert.

      Aber weiter im Text.

      Das Mischverhältnis:

      Ist bei Mischung 2 der Ölsaatenanteil etwas erhöht worden? Ich kam der Lücken halber nicht ganz mit.
      Das wäre nämlich noch eine weitere Überlegung, ob der Mehlanteil nicht grundsätzlich etwas zu hoch für Miha angesetzt ist.
      Dabei muss man im Auge behalten, dass Mehlsaaten wesentlich günstiger als Ölsaaten sind und es könnte sein, dass Futtershops auch deshalb daran festhalten.

      Wird weniger gemäkelt, wenn man 60:40 füttert? Oder zumindest 65:35?
      Bei den Alterchen dürfte das ohnehin besser auskommen (und wird ja auch erfahrungsgemäß über Zugaben geregelt)Entstünden bei den jüngeren Miha unter solchen Veränderungen überhaupt Gewichtszunahmen?
      Testergänzend würde ich in einem Parallelversuch das getrocknete Gemüse zugunsten mehr Ölsaaten wegfallen lassen, um einen gewissen Ausgleich zu schaffen.

      Vielleicht ergeben sich da mit der Zeit ja noch ein paar Optimierungen.
      Und mit der Zeit erprobte Varianten, je nach Bedarf, die man dann für einen einfachen Zugriff entsprechend benennen könnte :wolkesieben:
      Liebe Grüße, Eva mit den Robos Minino und Bo - und den Campbells Mila & Manou
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    • Neu

      Hallo ihr Lieben,

      habe bisher alles mit Interesse gelesen, bin aber jetzt sehr sehr irritiert.

      Meinem Karlchen habe ich am Anfang, weil ich es nicht besser wusste, so Futter aus dem Handel gegeben. :(

      Nach dem Anmelden hier, habe ich schnell die MH Mischung von der Nagerküche entdeckt und bestellt.
      Seit dem bekommt er diese.
      Auch wenn er einiges daraus verschmäht.

      Aber jetzt stellen ich mir viele Fragen. ?(

      Ist diese Mischung okay?
      Muss ich da etwas rausfischen?
      Oder noch etwas zufügen?

      Bin jetzt echt verunsichert ;(
    • Neu

      @DieAndreaHalt keine Sorge, das Futter kannst du füttern. Es ist auf jeden Fall besser als die Zoohandelmischungen, bei denen Abfälle (oftmals unter der Deklaration "Nebenerzeugnisse" getarnt) zusammengepresst und bunt eingefärbt werden, um sie nochmal gewinnbringend verkaufen zu können. Wenn man einmal recherchiert hat, was sich hinter dem Begriff "Nebenerzeugnisse" alles im Tierfutter verbergen kann, stellen sich einem die Nackenhaare auf. Unter tierische Nebenerzeugnisse fallen bspw. Blut, Urin, Schnäbel, Krallen und Hufe. Hinter pflanzlichen Nebenerzeugnissen verbergen sich z.B. leere Getreidespelzen, Schalen oder auch Rübenschnitzel (also zuckerhaltige Reste ausgepresster Zuckerrüben, wird ebenfalls zur Schweinemast eingesetzt).
      Hier in dieser Diskussion geht es eher ums Feintuning, um Futtermischungen zu erhalten, die den Hamstern gleichzeitig gut schmecken (auch bei den "artgerechten" Mischungen sortieren ja einige Goldis gerne mal Bestandteile aus, was aber eben auch das Mischverhältnis zwischen Mehlhaltigen und Ölhaltigen Saaten betrifft / verändert, wenn manche Sachen wie Hirse ignoriert werden) und auch den Sensibelchen mit Futtermittelallergien, etc. gut bekommen. Die meisten Hamster können bspw. Roggen (in Maßen) problemlos futtern, ohne jemals Gesundheitsprobleme zu bekommen, aber es gibt eben auch einige, die mit dem Gluten darin nicht klarkommen und dann mit Matschkot / Durchfall reagieren, so wie es ja auch Menschen mit Zöliakie gibt. Da wäre es einfach schön, ein Futter zu finden, das bereits der Entstehung solcher Probleme vorbeugt und gleichzeitig gerne gefressen wird.
      Viele Grüße
      Ajdika u.a. mit Shadow und Mojito
    • Neu

      ConkerTheSquirrel schrieb:

      Mein verhältnismäßiges Unwissen hat aber irgendwie auch etwas mit Erfahrung z utun. Nämlich dahingehend, dass die MiHa äußerst unterschiedlich sind, in ihren Vorlieben sowie in ihrem Fress- und Vorratsverhalten. Manche sammeln eifrig - je mehr Futter, desto besser - und bleiben rank und schlank. Andere hauen aber auch mehr rein, wenn es mehr Futter gibt; da muss man dann schon aufpassen.
      So viel steht fest :yes:

      ConkerTheSquirrel schrieb:

      Hannibal hatte weit über ein Jahr durchgehend einen hohen Anteil an weichem Kot. Kotuntersuchungen haben nichts Auffälliges ergeben, keine Parasiten. Vorsichtige Experimente beim Füttern (eher so in Richtung weniger oder mehr Frischfutter) brachten keine Erkenntnisse. Ich befürchtete, im Alter würde es schlimmer werden. Genau das Umgekehrte trat ein: kaum war Hannibal zwei Jahre alt, hatte er urplötzlich keine Matschköttel mehr! Bis zu seinem Tod mit 33 Monaten gab es nur 2 nennenswerte Rückfälle von jeweils etwa 1 Woche Dauer (plus einen kleineren von 1-2 Tagen). Und hatten wir da irgendwas am Futter verändert? Klares Nein!!! (Weder vor dem Ausbleiben der weichen Köttels, noch vor den Rückfällen). Rätsel über Rätsel...
      Wahrscheinlich wäre unter Weglassung von Getreide eine schnelle und dauerhafte Besserung eingetreten. Da Hannibal der Beschreibung nach einen zur Regeneration fähigen Darm besaß (vielleicht unter der Gabe von darmunterstützenden Mitteln wie BBB?), der sich immer wieder erholte und nur phasenweise wieder einbrach, blieb es demnach bei einer realativen Unverträglichkeit, da hätte verrmutlich die Streichung von Roggen ausgereicht, um Einbrüche zu verhindern.
      Entwickelt sich das Ganze zu einer handfesten Zöliakie, bleibt nur, alles glutenhaltige Getreide konsequent zu streichen. Hirse geht weiterhin und auch Mais, da diese zum Getreide zählenden Arten glutenfrei sind. Hafer wird auch als dahingehend verträglich beschrieben - dies trifft für Hamster aber definitiv nicht zu.

      ConkerTheSquirrel schrieb:

      Eine kleine Ausnahme bildet unser "Joghurt Hausmarke". Da hat sich im Laufe der Zeit eine gewisse Zusammensetzung eingespielt, aber ich hüte mich davor zu behaupten, dass irgendwas davon unverzichtbar sei. Vielleicht wäre Joghurt natur ohne irgendwelche Zusätze genausogut (oder womöglich sogar besser?). Nix Genaues weiß man nicht...

      Jedenfalls bekommen unsere Hamster in schöner Regelmäßigkeit zweimal die Woche ein Teelicht-Gläschen davon.

      (Für alle Interessierten die Zusammensetzung:
      - 3,5%iger Joghurt natur
      - eine Prise Echinacea-Pulver (früher: zerbröselte Echinacea-Blätter), Stärkung des Immunsystems
      - eine Prise Propolis-Pulver (Herz-Kreislauf)
      - ein paar Chia-Samen (früher Leinsamen)
      - etwas feine Sojaflocken oder Sojamehl (Fell)
      - u.U. stattdessen Haferflocken (bei Rekonvaleszenz)
      - manchmal zusätzlich eine Prise Teufelskralle- oder Grünlippmuschelpulver (Gelenke)
      Mengen jeweils nach Gefühl, keine genauen Angaben möglich).
      Deine Haltung ist ja, in deinen Threads nachvollziehbar, eine bekanntermaßen erfolgreiche und die 2xwöchentliche Gabe von Joghurt hat durchaus seine Berechtigung, da Joghurt darmpflegend wirkt (Floraaufbau, Entschlackung durch Calcium).
      Die Zusätze sind nicht nötig, finde ich, aber bei älteren Kandidaten könnten sie eventuell eine gewisse Wirkung erzielen.
      Allerdings ist es immer sinnvoller, vorbeugend zu füttern, als Störungen auszugleichen, so dass die Ölsaaten der Futtermischungen schon so ausgelegt sind, dass wertvolle Schutzstoffe von Anfang an mitgefüttert werden.
      Teufelskralle und Grünlippmuschpulver gegen Gelenkbeschwerden erübrigen sich z.B. bei einer fleichfreien Verköstigung - und das Sojapulver tritt ihrer gewünschten Wirkung wahrscheinlich sogar entgegen. Dieser Punkt wäre für dich deshalb vielleicht verfolgungswürdig:

      Sojaprodukte, einst sogar gegen Wechseljahrbeschwerden empfohlen, sind inzwischen in den Ruf geraten, diese geradezu verstärken, sofern etliche weitere Eiweißbaustoffe, die Proteine, (wie in allen unseren hochwertigen Mischungen reichlich vorhanden) dazu verzehrt werden.
      (Kapitel 4 im Buch, falls du es zur Hand hast und tiefere Einsicht gewinnen möchtest)

      Dies könnte bei unseren Weibchen eine Rolle in der Pathogenese der (sicher niemals ganz zu vermeidenden) Gebärmutterentzündungen spielen.

      Ebenso, wie es bei Hamstern generell Hormonstörungen bis hin zum Cushing-Syndrom zu fördern scheint. Längst nicht jeder entwickelt diese – aber wo sie sich entwickeln, spielen erhöhte Purin-Quellen eine Rolle.
      Der für einige Störungen – u.a. auch Gelenksteifigkeit – verantwortliche EiweißstoffPurin ist in Soja ebenso hoch wie in Fleisch.

      Wenn du Lust hast, könntest du die (wenn auch nur minimale) Sojaquelle im Joghurt – und falls im Körnerfutter auch Sojabohnen / Flocken mit drinstecken – ausschalten und schauen, ob sich dabei langfristig etwas tut.
      Treten unter Weglassung GBE ev. seltener oder zumindest später auf? Fallen Rezidive nach der Behandlung weg?
      Der Vollständigkeit halber:Fallen eventuelle Kastrationsfolgen wie Trägheit harmloser aus?
      (Bei den Zwergen kann man verfolgen, dass die kastrierten Männchen, wenn sie vorher vom Typ her schlank und munter waren, dies auch bleiben, wenn die Fütterung stimmt).

      Zeigen sich im hohen Alter (der Männchen) Auswirkungen auf die Gelenkigkeit?
      Tendenziell ließ sich hier bereits eine positive Auswirkung unter Weglassung verzeichnen.

      PS: Wenn von Sojasprossen im Zusammenhang mit Keimgut die Rede ist, nicht verwirren lassen. Die Sprossen der Mungbohnen werden oftmals als Sojasprossen bezeichnet. Dies ist verwirrend fälschlich. Mungbohnen (manchmal auch Mungobohnen) und ihre Sprossen sind sehr empfehlenswert für Hamster und von der Sojabohne und ihren Produkten abzugrenzen.

      Für die herzkranken Herzchen hätte ich auch noch was anzumerken. Pflücke ich mir später raus ^^
      Liebe Grüße, Eva mit den Robos Minino und Bo - und den Campbells Mila & Manou
      Patenpuschel: Käpt'n Ahab, Robby, Cailant und Luan aus dem Campbellprojekt

      Nicht Erbarmen, Gerechtigkeit ist man den Tieren schuldig!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von liloba ()

    • Neu

      liloba schrieb:

      Teufelskralle und Grünlippmuschpulver gegen Gelenkbeschwerden erübrigen sich z.B. bei einer fleichfreien Verköstigung - und das Sojapulver tritt ihrer gewünschten Wirkung wahrscheinlich sogar entgegen. Dieser Punkt wäre für dich deshalb vielleicht verfolgungswürdig:
      Auf jeden Fall! Ich werde das Soja in Zukunft weglassen. :danke:

      Teufelskralle oder Grünlippmuschel kommen hingegen ohnehin nur dann zum Einsatz, wenn ich der Meinung bin, dass ein älterer Hamster es nötig haben könnte. (Bei uns zwangsläufig nur die Männchen, weil wir es einfach noch nie zu einem Ü2-Weibchen gebracht haben und Gelenkbeschwerden bisher ausschließlich bei den alten Herren aufgetreten sind). Zurzeit setze ich es prophylaktisch bei Alberich ein.


      Nochmal zu Hannibal (der übrigens als Ü2-Opi auch Gehbeschwerden bekam) und seinen Matschknödeln:

      liloba schrieb:

      Wahrscheinlich wäre unter Weglassung von Getreide eine schnelle und dauerhafte Besserung eingetreten. Da Hannibal der Beschreibung nach einen zur Regeneration fähigen Darm besaß (vielleicht unter der Gabe von darmunterstützenden Mitteln wie BBB?), der sich immer wieder erholte und nur phasenweise wieder einbrach, blieb es demnach bei einer realativen Unverträglichkeit, da hätte verrmutlich die Streichung von Roggen ausgereicht, um Einbrüche zu verhindern.
      Hannibal ist zwar schon lange ein Sternenhamster, aber die Überlegungen und Erkenntnisse können ja vielleicht anderen helfen.

      Also:
      Hannibal hatte praktisch von Beginn an (mit ungefähr 10 Monaten) bis ungefähr zur Vollendung seines 2. Lebensjahres "ständig" einen Anteil an Weichkot (dunkelolivgrün statt schwarz und eben nicht knochentrocken und hart wie normal). Da er nach dem Aufstehen gerne in seinem Laufrad joggte, Bewegung die Darmtätigkeit anregt und Hannibal keine Notwendigkeit sah, das Laufrad mal kurz zu verlassen, kann man sich denken, dass die Kork-Lauffläche des Rades mit plattgetretenen Kötteln nur so gepflastert war... :S

      Andererseits hatte er daneben stets auch ganz normale Ausscheidungen. Irgendwie schien das tageszeitabhängig zu sein. Wenn er Abends früh in den Auslauf startete, fand ich regelmäßig weiche, olivfarbene Köttelchen in der Pyramide, wo er sich gerne aufhielt. Im Gehege und in seinem Schlafhäuschen gab es daneben aber auch jede Menge ganz normale Ausscheidungen.

      Um dies in den Griff zu kriegen, habe ich die TÄ konsultiert, der Weichkot wurde eingeschickt und untersucht - keine Auffälligkeiten, jedenfalls keine Parasiten! Nahrungsempfehlungen wurden nicht wirklich ausgesprochen, abwarten und beobachten war angesagt. Das muss man aber auch vor dem Hintergrund sehen, dass Hannibal stets aktiv und putzmunter war und niemals kränklich wirkte.

      Auffällig aber auch: Hannibal Gewichtskurve war, verglichen mit einigen anderen unserer Jungs, eine Katastrophe, die reinste Achterbahn. Ein Zusammenhang mit den Verdauungsproblemen scheint förmlich auf der Hand zu liegen - wäre aber dennoch reine Spekulation.

      Das Problem: ein gewisser Anteil Weichkot war zwar ständig vorhanden; um das aber qualitativ genauer zu erfassen, hätte ich regelmäßig den Anteil weichen Kots an seinen Ausscheidungen bestimmen und zu seinen Gewichtswerten in Beziehung setzen müssen. Durchaus möglich, dass sich Phasen mit hohem Gewicht und Phasen mit niedrigem Gewicht auch signifikant hinsichtlich des Weichkotanteils unterschieden hätten. Angesichts eines augenscheinlich aktiven und fitten Hamsters habe ich natürlich nichts Dergleichen gemacht.

      Mit knapp über 2 Jahren wurde es dann überraschend deutlich, dass viel weniger und dann gar kein Weichkot mehr vorhanden war. Dabei hatte es, wie gesagt, keinerlei Veränderungen in seinem Futter gegeben. Interessant auch, dass sich gleichzeitig Hannibals Gewicht stabilisierte. Dies ist der Kurve so deutlich anzusehen, dass sie wie von einem anderen Hamster wirkt! Für sich betrachtet ein Indiz für einen Zusammenhang zwischen den früheren Verdauungsproblemen und dem Achterbahn-Gewicht.

      In den folgenden 9 Monaten kam es zu 2 Rückfällen mit Weichkot von etwa einer Woche Dauer und einem kleineren Rückfall von wenigen Tagen Dauer. Hier gab es jedoch überhaupt keine Auswirkung auf Hannibals weiterhin stabile Gewichtskurve! Nun kann es ja sein, dass die Rückfälle einfach zu kurz waren, um sich auf Hannibals Gewicht auszuwirken. Die früheren Hoch- und Niedrigphasen hatten immer mehrere Wochen oder sogar Monate angehalten.

      Vor voreiligen Schlüssen muss man sich dennoch hüten. Als Ü2-Hamster bewegte sich Hannibal nämlich immer weniger, verzichtete z.B. völlig auf seinen zuvor unverzichtbaren Morgen-Auslauf, weil er zunehmend steife Beinchen bekam. Vielleicht wirkte sich das irgendwie begünstigend auf seine Verdauung aus?

      Auch könnte ich mir vorstellen, dass er im Alter von sich aus auf bestimmte Anteile seines Futters verzichtet haben könnte, die er früher verzehrt, aber nicht gut vertragen hat. Futterüberreste habe ich beim "Zimmerservice" zugegebenermaßen nur grob kontrolliert, da kann ich keine Angaben machen. :nixw:

      Wie schon gesagt - Rätsel über Rätsel...

      Das Wichtigste im Fall Hannibal: mag er auch für lange Zeit Verdauungsprobleme gehabt haben - er hat mit 33 Lebensmonaten ein beachtliches Alter erreicht. :top: Bei uns immer noch Hausrekord, mit deutlichem Vorsprung!
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      liloba schrieb:

      Neben also noch folgenden Fragen meinerseits und auch schon gesichteten Anregungen deiner Entwicklungen: Was genau sollte man deiner Erfahrung nach in den Mischungen besser ausklammern, um überhaupt zu einer Art Grundakzeptanz zu kommen?
      Und was an Zutaten sollten rein ihrer Beliebtheit nach am ehesten drin / am stärksten vertreten sein?
      Ich hoffe, dass ich in ein paar Tagen dazu komme, detailliert auf alles einzugehen. Momentan habe ich nur leider selbst mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und muss das erstmal wieder in den Griff bekommen. Sobald wieder halbwegs Normalität einkehrt, setze ich mich nochmal dran und versuche, jede Frage zu beantworten. Stupst mich aber gerne nochmal an, damit ich daran denke und es nicht untergeht.
      Viele Grüße
      Ajdika u.a. mit Shadow und Mojito
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      Ja, @Ajdika , erhole dich gut

      Und nur die Ruhe, was diese Angelegenheiten hier betrifft. Da muss man sowieso in Ruhe dran, unter Klärung der Punkte Schritt um Schritt schauen, was passen könnte - und auch ich werde erst später wieder einen neuen Anlauf nehmen, damit es nicht stressig wird :)
      Liebe Grüße, Eva mit den Robos Minino und Bo - und den Campbells Mila & Manou
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