Jingel`s Adventskalender 2019

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    • Guten Morgen zusammen,

      Heute haben ich euch wieder ein Rezept für die KGs mitgebracht.
      Wenn ihr möchtet, kommen aber auch Hamster drin vor :nzwink:
      Vielleicht habt ihr ja am Wochenende Zeit ein wenig zu backen.




      Lebkuchen-Baumschmuck

      Zutaten:
      125 g Ahornsirup oder Honig
      40 g Margarine
      1 Ei
      250 g Weizenvollkornmehl
      7 g Lebkuchengewürz
      1 EL Kakao
      1 TL Backpulver



      Zubereitung:
      Ahornsirup und Margarine cremig rühren, das Ei dazurühren.
      Weizenvollkornmehl mit Lebkuchengewürz, Kakao und dem Backpulver mischen und langsam hineinrühren.
      Teig zusammenkneten und mindestens 1 Stunde ruhen lassen.



      Den Teig bei Zimmertemperatur ein wenig stehen lassen - dann lässt er sich besser verarbeiten.
      Auf einer leicht bemehlten Fläche ca. 3 - 4 mm ausrollen. Mit den gewünschten Ausstechförmchen ausstechen.
      Die Hamsterlebkuchen lösen sich nicht so einfach aus der Form. Eventuell mit dem Stiel von einem Teelöffel
      am Rand etwas nachhelfen. Bei dem großen Hamsterförmchen war es noch schwieriger. Ich habe das
      Förmchen unten in Öl getaucht damit der Teig sich daraus löst.
      Wenn ihr den Lebkuchenkeks als Baumschmuck aufhängen möchte, mit einem Strohhalm ein Loch in Teig machen.



      Den Backofen auf 170 Grad bei Umluft vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen und
      mit den Lebkuchenkeksen belegen.
      Ca. 13 - 15 Minuten auf mittlerer Schiene backen, herausnehmen, abkühlen lassen und mit Bändchen versehen.



      Viel Spaß beim Nachbacken.

      Euer Jingel :weihnachtsmaus1:
    • Guten Morgen zusammen,

      ich habe euch gestern ein schönes Lebkuchenplätzchen-Rezept gegeben.
      Soll ich euch verraten welches mein Lieblings-Plätzen-Rezept zu Weihnachten ist?
      Kokosmakronen :nlove: Oh, die mag ich sehr gerne.

      Habt ihr auch Lieblings-Plätzchen-Rezepte?
      Ich bin schon ganz gespannt, womit ihr mir
      mein Mäulchen wässrig macht :nsquint:



      Diesesmal habe ich ein etwas längeres Gedicht für euch :nhappy:

      Vom Himmel hoch, da komm ich her.
      Ich bring euch gute neue Mär,
      Der guten Mär bring ich so viel,
      Davon ich singen und sagen will:
      Euch ist ein Kindlein heut geborn
      Von einer Jungfrau auserkorn,
      Ein Kindelein, so zart und fein,
      Das soll eur Freud und Wonne sein.
      Es ist der Herr Christ, unser Gott,
      Der will euch führn aus aller Not,
      Er will eur Heiland selber sein,
      Von allen Sünden machen rein.
      Er bringt euch alle Seligkeit,
      Die Gott der Vater hat bereit,
      Daß ihr mit uns im Himmelreich
      Sollt leben nun und ewiglich.
      So merket nun das Zeichen recht:
      Die Krippe, Windelein so schlecht,
      Da findet ihr das Kind gelegt,
      Das alle Welt erhält und trägt.
      Des laßt uns alle frölich sein
      Und mit den Hirten gehn hinein,
      Zu sehn, was Gott uns hat beschert,
      Mit seinem lieben Sohn verehrt.
      Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin!
      Was liegt dort in dem Krippelein?
      Wes ist das schöne Kindelin?
      Es ist das liebe Jesulin.
      Sei mir willkomm du edler Gast!
      Den Sünder nicht verschmähet hast
      Und kömmst ins Elend her zu mir,
      Wie soll ich immer danken dir?
      Ach, Herr, du Schöpfer aller Ding,
      Wie bist du worden so gering,
      Daß du da liegst auf dürrem Gras,
      Davon ein Rind und Esel aß!
      Und wär die Welt vielmal so weit,
      Von Edelstein und Gold bereit,
      So wär sie doch dir viel zu klein,
      Zu sein ein enges Wiegelein.
      Der Sammet und die Seide dein,
      Das ist grob Heu und Windelein,
      Darauf du König groß und reich
      Herprangst, als wärs dein Himmelreich.
      Das hat also gefallen dir,
      Die Wahrheit anzuzeigen mir:
      Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut
      Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut.
      Ach, mein herzliebes Jesulein,
      Mach dir ein rein, sanft Bettelein,
      Zu ruhen in meins Herzens Schrein,
      Das ich nimmer vergesse dein.
      Davon ich allzeit fröhlich sei,
      Zu springen, singen immer frei
      Das rechte Susaninne schon,
      Mit Herzenslust den süßen Ton.
      Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,
      Der uns schenkt seinen einzigen Sohn.
      Des freuen sich der Engel Schar
      Und singen uns solchs neues Jahr.


      Martin Luther

      Euer Jingel :weihnachtsmaus1:
    • Ich liebe Anisplätzchen... sie zergehen wirklich auf der Zunge. Sie schmecken auch nur dezent nach Anis und wer es garnicht mag kann Anis auch gegen Zimt tauschen. Evtl geht es auch mit einer VanilleSchote (gemahlen)... das habe ich aber noch nicht probiert.

      Zutaten für ca. 60 Plätzchen
      250g Butter
      100g Puderzucker
      120 Mehl
      2 Pck Vanillezucker
      2 EL Anis (gemahlen)
      250 g Speisestärke

      Butter schaumig rühren. Anschließend Puderzucker sieben und verrühren. Anschließend die restlichen Zutaten dazugeben und ordentlich verrühren. Zum Schluss noch zwei EL kaltes Wasser unterrühren und dann den Teig ca 60 Min in den Kühlschrank legen.
      Dann den Teig zu kleinen Kugeln formen und mit einem Löffel oder einer Gabel (schönes Muster) platt drücken.

      Bei 180 Grad für ca 15 Minuten in den Backofen geben. Die Plätzchen sollten nicht zu dunkel werden. Nach dem backen sofort mit Puderzucker bestäuben und gut auskühlen lassen (sie sind direkt nach dem backen noch weich).

      Diese Plätzchen werden immer sehr gelobt und sind als erstes weg. Und sie gehen wirklich (bis auf die Wartezeit im Kühlschrank) sehr schnell.

      Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
    • Adventshamster schrieb:

      Ich habe das
      Förmchen unten in Öl getaucht damit der Teig sich daraus löst.
      Vielen Dank für den tollen Tipp! Den länglichen Hamster-Keksausstecher habe ich auch und war bisher wenig erfolgreich damit weil der Teig immer drin kleben blieb...
      Liebe Grüße
      Franca


      Man kann nichts in die Tiere hineinprügeln,
      aber man kann manches aus ihnen herausstreicheln.
      (Astrid Lindgren)

    • Adventshamster schrieb:

      Habt ihr auch Lieblings-Plätzchen-Rezepte?
      Ohhhhh, ja!! ^^

      Ich mag sehr gerne White-Chocolate-Cookies. Das sind Kekse mit Kakao im Teig und
      Stücken von weißer Schokolade. Und Haferflocken-Plätzchen mit Kokos und Datteln.
      Außerdem Lebkuchen. Natürlich auch Kokosmakronen und Zimt-Plätzchen und Nuss...
      warte! Nee, ich hab wohl doch kein Lieblings-Rezept. :nettnein:
      Ich mag sie einfach alle!!! :nhappy:
      Liebe Grüße
      Iris
    • Guten Morgen zusammen,

      bei euren Lieblingsplätzchen ist mir das Wasser im Mund zusammen gelaufen.
      Ich glaube ich muß nochmal backen.

      Heute habe ich noch ein schönes Rezept für eure Fellnasen dabei.
      Es ist ein wenig zeitaufwendig, aber ich denke euren kleinen
      Mitbewohnern wird es schmecken :nsquint:



      Getrocknete Gemüseleckerlies

      Zutaten:
      Apfel
      Möhre
      Knollensellerie
      Zucchini



      Zubereitung:
      Das Gemüse und den Apfel putzen, die Möhre und den Sellerie schälen.
      In Scheiben mit gleicher Dicke schneiden, damit sie gleichmäßig trocknen können.



      Nebeneinander auf einem Gitter, ohne Backpapier drunter, verteilen.



      Im Backofen, auf mittlerer Schiene, bei 50 Grad mit Heißluft ca. 5 Stunden trocknen.
      Damit die Feuchtigkeit abziehen kann, einen Holzlöffel oder einen Topflappen in die
      Backofentür klemmen. So entsteht ein kleiner Spalt.



      Fertig sind die selbstgetrockneten Obst- bzw. Gemüsescheiben.



      Bitte darauf achten welches Gemüse/Obst für welche Hamsterart geeignet ist

      und bitte nicht zu oft füttern, es sind Leckerchen!

      Ich habe die Sachen selbstverständlich getestet, es schmeckt alles seehr gut :nhappy:

      Euer Jingel :weihnachtsmaus1:
    • Guten Morgen zusammen,

      nicht mehr lange und es ist Weihnachten.
      Habt ihr schon alles fertig vorbereitet?

      Heute ist sicher Endspurt für die letzten Geschenke.





      Bald ist es wieder soweit und ich bin längst bereit.

      Mehlwurmplätzchen sind gebacken, Christbaumschmuck ist ausgepackt.

      Hach ich bin so aufgeregt, ob´s Christkind was unter den Baum wohl legt ?

      Nen Sack voll Pinienkerne, den hätte ich wohl gerne :dsungi:

      Euer Jingel :weihnachtsmaus1:
    • Guten Morgen zusammen,

      heute ist Sonntag - schon der 4. Advent :3advent: - und es gibt kein Rätsel für euch.
      Da ihr heute bestimmt etwas mehr Zeit habt, habe ich euch wieder eine Geschichte mitgebracht.
      Sie ist etwas länger, aber heute habt ihr sicher Zeit dafür.

      Weihnachtliche Geschichten sind ja immer ein wenig melancholisch, diese auch.
      Es gehört in diese Zeit nicht nur Party zu machen, sondern auch ein wenig nachzudenken.

      In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen :nsquint:

      Der Tannenbaum
      von Hans-Christian Andersen

      Draußen im Walde stand ein niedlicher kleiner Tannenbaum. Er hatte einen guten Platz; Sonne konnte er bekommen, Luft war genug da, und rings umher wuchsen viele größere Kameraden, sowohl Tannen als Fichten. Der kleine Tannenbaum wünschte aber so sehnlich, größer zu werden! Er achtete nicht der warmen Sonne und der frischen Luft, er kümmerte sich nicht um die Bauernkinder, die da umhergingen und plauderten, wenn sie herausgekommen waren, um Erdbeeren und Himbeeren zu sammeln. Oft kamen sie mit einem ganzen Topf voll und hatten Erdbeeren an einen Strohhalm gereiht; dann setzten sie sich neben den kleinen Tannenbaum und sagten: »Nein! wie niedlich klein ist der!« Das mochte der Baum gar nicht hören.
      Im folgenden Jahre war er um einen bedeutenden Ansatz größer und das Jahr darauf war er um noch einen länger; denn an den Tannenbäumen kann man immer an den vielen Ansätzen, die sie haben, sehen, wie viele Jahre sie gewachsen sind.
      »O, wäre ich doch so ein großer Baum, wie die andern!« seufzte das kleine Bäumchen; »dann könnte ich meine Zweige so weit umher ausbreiten und mit der Krone in die weite Welt hinaus blicken! Die Vögel würden dann Nester in meinen Zweigen bauen, und wenn der Wind wehte, könnte ich so vornehm nicken, gerade wie die andern dort!«
      Er hatte gar keine Freude am Sonnenschein, an den Vögeln und an den rothen Wolken, die Morgens und Abends über ihn hin segelten.
      War es dann Winter und der Schnee lag weiß und funkelnd rings umher, so kam häufig ein Hase angesprungen und setzte gerade über den kleinen Baum weg – o, das war ihm so ärgerlich! – Aber zwei Winter vergingen, und im dritten war das Bäumchen so groß, daß der Hase um dasselbe herumlaufen mußte. O! wachsen, wachsen, groß und alt werden: das ist doch das einzig Schöne in dieser Welt, dachte der Baum.
      Im Herbste kamen immer Holzhauer und fällten einige der größten Bäume; das geschah jedes Jahr, und den jungen Tannenbaum, der nun ganz gut gewachsen war, schauerte dabei, denn die großen, prächtigen Bäume fielen mit Prasseln und Krachen zur Erde, die Zweige wurden ihnen abgehauen, die Bäume sahen ganz nackt, lang und schmal aus; sie waren fast nicht mehr zu erkennen. Aber dann wurden sie auf Wagen gelegt, und Pferde zogen sie davon, aus dem Walde hinaus.
      Wo sollten sie hin? Was stand ihnen bevor?
      Im Frühjahr, als die Schwalben und Störche kamen, fragte sie der Baum: »Wißt Ihr nicht, wohin sie geführt wurden? Seid Ihr ihnen nicht begegnet?«
      Die Schwalben wußten nichts; aber der Storch sah nachdenklich aus, nickte mit dem Kopfe und sagte: »Ja, ich glaube wohl! Mir begegneten viele neue Schiffe, als ich aus Aegypten flog; auf den Schiffen waren prächtige Mastbäume; ich darf annehmen, daß sie es waren; sie hatten Tannen-Geruch; ich kann vielmals grüßen; ja! die prangen, die prangen!«
      »O, wäre ich doch auch groß genug, um über das Meer hin fahren zu können! Wie ist denn eigentlich dieses Meer und wie sieht es aus?«
      »Ja, das zu erklären, ist zu weitläufig,« sagte der Storch, und damit ging er fort.
      »Freue Dich Deiner Jugend!« sagten die Sonnenstrahlen; »freue Dich Deines frischen Wachsthums, des jungen Lebens, das in Dir ist.«
      Und der Wind küßte den Baum, und der Thau weinte Thränen über ihn; aber das verstand der Tannenbaum nicht.
      Wenn es gegen die Weihnachtszeit ging, wurden ganz junge Bäume gefällt, Bäume, die oft nicht einmal so groß oder gleichen Alters mit diesem Tannenbaum waren, der weder Ruhe noch Rast hatte, sondern immer davon wollte. Diese jungen Bäume, und es waren grade die allerschönsten, behielten immer alle ihre Zweige; sie wurden auf Wagen gelegt, und Pferde zogen sie fort, aus dem Walde hinaus.
      »Wohin sollen die?« fragte der Tannenbaum. »Sie sind nicht größer, als ich, vielmehr war einer da, der war viel kleiner! Weshalb behielten sie alle ihre Zweige? Wohin fahren sie?«
      »Das wissen wir! das wissen wir!« zwitscherten die Sperlinge. »Unten in der Stadt haben wir in die Fenster gesehen! Wir wissen, wohin sie fahren! O, sie gelangen zur größten Pracht und Herrlichkeit, die man nur denken kann! Wir haben in die Fenster gesehen und haben wahrgenommen, daß sie mitten in der warmen Stube aufgepflanzt und mit den schönsten Sachen: vergoldeten Aepfeln, Honigkuchen, Spielzeug und vielen Hunderten von Lichtern geschmückt werden.«
      »Und dann –?« fragte der Tannenbaum und bebte an allen Zweigen. »Und dann? Was geschieht dann?«
      »Ja, mehr haben wir nicht gesehen! Das war unvergleichlich.« –
      »Ob ich wohl auch bestimmt bin, diesen strahlenden Weg zu betreten?« jubelte der Tannenbaum. »Das ist noch besser, als über das Meer zu ziehen! Wie leide ich an Sehnsucht! Wäre es doch Weihnachten! Nun bin ich groß und ausgewachsen, wie die andern, die im vorigen Jahre weggeführt wurden! – O, wäre ich erst auf dem Wagen! Ware ich doch erst in der warmen Stube mit aller Pracht und Herrlichkeit! Und dann –? Ja, dann kommt noch etwas Besseres, noch weit Schöneres, weshalb würden sie uns sonst so schmücken! Es muß noch etwas Größeres, noch etwas Herrlicheres kommen –! Aber was? O, ich leide! ich sehne mich, ich weiß selbst nicht, wie mir ist!«
      »Freue Dich unser!« sagten Luft und Sonnenlicht; »freue Dich Deiner frischen Jugend im Freien!«
      Aber er freute sich durchaus nicht und wuchs und wuchs; Winter und Sommer stand er grün; dunkelgrün stand er da; die Leute, die ihn sahen, sagten: »Das ist ein schöner Baum!« Und zur Weihnachtszeit wurde er vor Allen zuerst gefällt. Die Axt hieb tief durch das Mark; der Baum fiel mit einem Seufzer zu Boden; er fühlte einen Schmerz, eine Ohnmacht; er konnte gar nicht an irgend ein Glück denken, er war betrübt, von der Heimath scheiden zu müssen, von dem Flecke, auf dem er emporgeschossen war; er wußte ja, daß er die lieben alten Kameraden, die kleinen Büsche und Blumen ringsumher nie mehr sehen würde, ja vielleicht nicht einmal die Vögel. Die Abreise war durchaus nicht angenehm.
      Der Baum kam erst wieder zu sich selbst, als er, im Hofe mit andern Bäumen abgepackt, einen Mann sagen hörte: »Dieser hier ist prächtig Wir brauchen nur diesen!«
      Nun kamen zwei Diener in vollem Putz und trugen den Tannenbaum in einen großen, schönen Saal. Ringsumher an den Wänden hingen Bilder, und neben dem Kachelofen standen große, chinesische Vasen mit Löwen auf den Deckeln; da gab es Schaukelstühle, seidene Sophas, große Tische voller Bilderbücher und Spielzeug für hundertmal hundert Thaler – wenigstens sagten das die Kinder. Und der Tannenbaum wurde in ein großes mit Sand gefülltes Gefäß gestellt; aber Niemand konnte sehen, daß es ein Gefäß war, denn es wurde rund herum mit grünem Zeuge behängt und stand auf einem großen bunten Teppich, O, wie der Baum bebte! Was wird nun wohl vorgehen? Sowohl die Diener als die Fräulein schmückten ihn. An seine Zweige hingen sie kleine Netze, ausgeschnitten aus farbigem Papier; jedes Netz war mit Zuckerwerk gefüllt; vergoldete Aepfel und Nüsse hingen herab, als wären sie festgewachsen und über hundert rothe, blaue und weiße Lichterchen wurden in den Zweigen – festgesteckt. Puppen, die leibhaftig wie Menschen aussahen – der Baum hatte früher nie solche gesehen – schwebten im Grünen, und hoch oben auf der Spitze wurde ein Stern von Flitter-Gold befestigt; das war prächtig, ganz außerordentlich prächtig.
      »Heut Abend,« sagten Alle, »heut Abend wird es strahlen!«
      »O!« dachte der Baum, »wäre es doch Abend! Würden nur die Lichter bald angezündet! Und was dann wohl geschieht? Ob da wohl Bäume aus dem Walde kommen, mich zu sehen? Ob die Sperlinge gegen die Fensterscheiben stiegen? Ob ich hier festwachse und Winter und Sommer geschmückt stehen werde?«
      Ja, er rieth nicht übel! aber er hatte ordentlich Borkenschmerzen vor lauter Sehnsucht, und Borkenschmerzen sind für einen Baum ebenso schlimm, wie Kopfschmerzen für uns Andere.
      Nun wurden die Lichter angezündet. Welcher Glanz! Welche Pracht! Der Baum bebte dabei an allen Zweigen so, daß eins der Lichter das Grüne anbrannte; es sengte ordentlich.
      »Gott bewahre uns!« schrieen die Fräulein und löschten es hastig aus.
      Jetzt durfte der Baum nicht einmal mehr beben. O, das war ein Grauen! Ihm war so bange, etwas von seinem Schmuck zu verlieren; er war ganz betäubt von all' dem Glanze. – Und nun gingen beide Flügelthüren auf – und eine Menge Kinder stürzten herein, als wollten sie den ganzen Baum umwerfen; die älteren Leute kamen bedächtig nach. Die Kleinen standen ganz stumm – aber nur einen Augenblick, dann jubelten sie wieder, daß es nur so schallte, sie tanzten um den Baum herum, und ein Geschenk nach dem andern wurde abgepflückt.
      »Was machen sie?« dachte der Baum. »Was soll geschehen?« Und die Lichter brannten bis dicht an die Zweige herunter, und je nachdem sie niederbrannten, wurden sie ausgelöscht, und dann erhielten die Kinder Erlaubnis;, den Baum zu plündern. O, sie stürzten auf ihn ein, daß es in allen Zweigen knackte; wäre er nicht mit der Spitze und mit dem Goldsterne an der Decke befestigt gewesen, so wäre er umgestürzt.
      Die Kinder tanzten mit ihrem prächtigen Spielzeuge herum. Niemand sah nach dem Baume, ausgenommen das alte Kindermädchen, welches kam und zwischen die Zweige blickte, aber nur, um zu sehen, ob nicht noch eine Feige oder ein Apfel vergessen worden wäre.
      »Eine Geschichte! Eine Geschichte!« riefen die Kinder und zogen einen kleinen dicken Mann zu dem Baume hin; und er setzte sich grade unter denselben, »denn da sind wir im Grünen,« sagte er, »und der Baum kann besondern Nutzen davon haben, zuzuhören!« Aber ich erzähle nur Eine Geschichte. Wollt Ihr die von Ivede-Avede oder die von Klumpe-Dumpe hören, der die Treppe hinunterfiel und doch zu Ehren kam und die Prinzessin erhielt?«
      » Ivede-Avede!« schrieen Einige, » Klumpe-Dumpe!« schrieen Andere; das war ein Rufen und Schreien! Nur der Tannenbaum schwieg ganz still und dachte: »Komme ich gar nicht mit, werde ich nichts dabei zu thun haben?« Er war ja mit gewesen, hatte ja geleistet, was er sollte.
      Und der Mann erzählte von Klumpe-Dumpe, welcher die Treppen herunterfiel und doch zu Ehren kam und die Prinzessin erhielt. Und die Kinder klatschten in die Hände und riefen: »Erzähle! erzähle!« Sie wollten auch die Geschichte von Ivede-Avede hören, aber sie bekamen nur die von Klumpe-Dumpe. Der Tannenbaum stand ganz stumm und gedankenvoll: nie hatten die Vögel im Walde dergleichen erzählt. » Klumpe-Dumpe fiel die Treppen herunter und bekam doch die Prinzessin! Ja, ja, so geht es in der Welt zu!« dachte der Tannenbaum und glaubte, daß es wahr sei, weil es ein so netter Mann war, der es erzählte. »Ja, ja! wer kann es wissen! Vielleicht falle ich auch die Treppe hinunter und bekomme eine Prinzessin.« Und er freute sich darauf, den nächsten Tag wieder mit Lichtern und Spielzeug, Gold und Früchten angeputzt zu werden.
      »Morgen werde ich zittern!« dachte er, »Ich will mich recht aller meiner Herrlichkeit freuen. Morgen werde ich wieder die Geschichte von Klumpe-Dumpe und vielleicht auch die von Ivede-Avede hören.« Und der Baum stand die ganze Nacht still und gedankenvoll.
      Am Morgen kamen die Diener und das Mädchen herein.
      »Nun beginnt das Schmücken aufs Neue!« dachte der Baum. Aber sie schleppten ihn zum Zimmer hinaus, die Treppe hinauf auf den Boden, und hier, in einen dunkeln Winkel, wo kein Tageslicht hinschien, stellten sie ihn hin. »Was soll das bedeuten?« dachte der Baum. »Was soll ich hier wohl machen? Was mag ich hier wohl hören sollen?« Und er lehnte sich an die Mauer und dachte und dachte.– – Und er hatte Zeit genug; denn es vergingen Tage und Nächte: Niemand kam hinauf; und als endlich Jemand kam, so geschah es, um einige große Kasten in den Winkel zu stellen. Nun stand der Baum ganz versteckt; man mußte glauben, daß er völlig vergessen war.
      »Jetzt ist es Winter draußen!« dachte der Baum. »Die Erde ist hart und mit Schnee bedeckt, die Menschen können mich jetzt nicht pflanzen! deshalb soll ich wohl bis zum Frühjahr hier im Schutze stehen! Wie wohl bedacht das ist! Wie die Menschen doch so gut sind! – Wäre es hier nur nicht so dunkel und so schrecklich einsam! – Nicht einmal ein kleiner Hase! – Das war doch so niedlich da draußen im Walde, wenn der Schnee lag und der Hase vorübersprang; ja, selbst als er über mich hinwegsprang; aber damals konnte ich es nicht leiden. Hier oben ist es doch schrecklich einsam!
      »Pip, pip!« sagte da eine kleine Maus und huschte hervor; und dann kam noch eine kleine. Sie beschnüffelten den Tannenbaum und dann schlüpften sie zwischen seine Zweige.
      »Es ist eine gräuliche Kälte!« sagten die kleinen Mäuse. »Sonst ist es hier gut sein! Nicht wahr, Du alter Tannenbaum?«
      »Ich bin gar nicht alt!« sagte der Tannenbaum; »es gibt viele, die weit älter sind, als ich!«
      »Wo kommst Du her?« fragten die Mäuse, »und was weißt Du?« Sie waren gewaltig neugierig. »Erzähle uns doch von dem schönsten Orte auf Erden! Bist Du dort gewesen? Bist Du in der Speisekammer gewesen, wo Käse auf den Brettern liegen und Schinken unter der Decke hängen, wo man auf Talglicht tanzt, mager hinein geht und fett heraus kommt?«
      »Das kenne ich nicht!« sagte der Baum. »Aber den Wald kenne ich, wo die Sonne scheint, und wo die Vögel singen!« Und dann erzählte er Alles aus seiner Jugend, und die kleinen Mäuse hatten früher dergleichen nie gehört und sie horchten auf und sagten: »Nein, wie viel Du gesehen hast! Wie glücklich Du gewesen bist!«
      »Ich?« sagte der Tannenbaum und dachte über das, was er selbst erzählte, nach. »Ja, es waren im Grunde ganz fröhliche Zeiten!« – Aber dann erzählte er vom Weihnachtsabend, wo er mit Kuchen und Lichtern geschmückt war.
      »O!« sagten die kleinen Mäuse, »wie glücklich Du gewesen bist, Du alter Tannenbaum!«
      »Ich bin gar nicht alt!« sagte der Baum. »Erst diesen Winter bin ich vom Walde gekommen! Ich bin nur so im Wachsthum zurückgeblieben.«
      »Wie schön Du erzählst!« sagten die kleinen Mäuse. Und in der nächsten Nacht kamen sie mit vier andern kleinen Mäusen, die den Baum erzählen hören sollten, und je mehr er erzählte, desto deutlicher erinnerte er sich selbst an Alles und dachte: »Es waren doch ganz fröhliche Zeiten! Aber sie können wiederkommen; Klumpe-Dumpe fiel die Treppe hinunter und erhielt doch die Prinzessin; vielleicht kann ich auch eine Prinzessin bekommen!« Und dann dachte der Tannenbaum an eine kleine niedliche Birke, die draußen im Walde wuchs; das war für den Tannenbaum eine wirkliche, schöne Prinzessin.
      »Wer ist Klumpe-Dumpe?« fragten die kleinen Mäuse. Und dann erzählte der Tannenbaum das ganze Märchen; er konnte sich jedes einzelnen Wortes entsinnen, und die kleinen Mäuse waren nahe daran, aus reiner Freude bis an die Spitze des Baumes zu springen. In der folgenden Nacht kamen weit mehr Mäuse, und am Sonntage sogar zwei Ratten; aber die meinten, die Geschichte sei nicht hübsch, und das betrübte die kleinen Mäuse, denn nun hielten sie auch weniger davon.
      »Wissen Sie nur die eine Geschichte?« fragten die Ratten.
      »Nur die eine!« sagte der Baum; »die hörte ich an meinem glücklichsten Abend; damals dachte ich nicht daran, wie glücklich ich war.«
      »Das ist eine höchst jämmerliche Geschichte! Wissen Sie keine von Speck oder Talglicht? Keine Speisekammer-Geschichte?«
      »Nein!« sagte der Baum.
      »Dann danken wir dafür!« erwiderten die Ratten und gingen zu den Ihrigen zurück.
      Die kleinen Mäuse blieben zuletzt auch weg, und da seufzte der Baum: »Es war doch ganz hübsch, als sie um mich herum saßen, die beweglichen kleinen Mäuse, und zuhörten, wie ich erzählte! Nun ist auch das vorbei! – Aber ich werde daran denken, mich zu freuen, wenn man mich wieder hervorholt!«
      Aber wann geschah das? – Ja! es war eines Morgens, da kamen Leute und wirthschafteten auf dem Boden; die Kasten wurden weggesetzt, der Baum wurde hervorgezogen; sie warfen ihn freilich ziemlich hart gegen den Fußboden, aber ein Diener schleppte ihn sogleich nach der Treppe hin, wo der Tag leuchtete.
      »Nun beginnt das Leben wieder!« dachte der Baum; er fühlte die frische Luft, die ersten Sonnenstrahlen – und nun war er draußen im Hofe. Alles ging so geschwind; der Baum vergaß völlig, sich selbst zu betrachten; da war so vieles ringsumher zu sehen. Der Hof stieß an einen Garten, und Alles blühte darin; die Rosen hingen so frisch und duftend über das kleine Gitter hinaus, die Lindenbäume blühten, und die Schwalben flogen umher und sagten: »Quirre-virre-vit, mein Mann ist kommen!« aber es war nicht der Tannenbaum, den sie meinten.
      »Nun werde ich leben!« jubelte dieser und breitete seine Zweige weit aus: aber ach, sie waren alle vertrocknet und gelb; und er lag da im Winkel zwischen Unkraut und Nesseln. Der Stern von Goldpapier saß noch oben an der Spitze und glänzte im hellen Sonnenschein.
      Im Hofe selbst spielten einige von den muntern Kindern, die zur Weihnachtszeit den Baum umtanzt hatten und so fröhlich über ihn gewesen waren. Eins der kleinsten lief hin und riß den Goldstern ab.
      »Sieh, was da noch an dem häßlichen, alten Tannenbaum sitzt!« sagte es und trat auf die Zweige, sodaß sie unter seinen Stiefeln knackten. Und der Baum sah auf all' die Blumenpracht und Frische im Garten; er betrachtete sich selbst und wünschte, daß er in seinem dunkeln Winkel auf dem Boden liegen geblieben wäre; er gedachte seiner frischen Jugend im Walde, des lustigen Weihnachtsabends und der kleinen Mäuse, die so munter die Geschichte von Klumpe-Dumpe angehört hatten.
      »Vorbei! Vorbei!« sagte der alte Baum. »Hätte ich mich doch gefreut, als ich es noch konnte! Vorbei! Vorbei!«
      Und der Knecht kam und hieb den Baum in kleine Stücke; ein ganzes Bündel lag da; hell flackerte es auf unter dem großen Braukessel; und er seufzte tief und jeder Seufzer war einem kleinen Schusse gleich; deshalb liefen die Kinder, die da spielten, herbei und setzten sich vor das Feuer, blickten in dasselbe hinein und riefen: »Pfiff! Pfiff!« Aber bei jedem Knalle, der ein tiefer Seufzer war, dachte der Baum an einen Sommertag im Walde, oder an eine Winternacht da draußen, wenn die Sterne funkelten; er dachte an den Weihnachtsabend und an Klumpe-Dumpe, das einzige Märchen, welches er gehört hatte und zu erzählen wußte, und dann war der Baum verbrannt.
      Die Knaben spielten im Garten, und der kleinste hatte den Goldstern auf der Brust, den der Baum an seinem glücklichsten Abend getragen; und nun war der vorbei, und mit dem Baum war es vorbei und mit der Geschichte auch; vorbei, vorbei – und so geht es mit allen Geschichten!



      Euer Jingel :weihnachtsmaus1:
    • Guten Morgen zusammen,

      @DsungiMika dann schauen wir uns im nächsten Jahr nacht nicht so nachdenklichen Geschichten um :nhappy:

      Heute heute habe ich ein richtiges Kreuzworträtsel für euch :nsquint:

      Ein bischen Abwechslung muß sein :nzwink:

      Wenn ihr auf das Bild klickt, werdet ihr zu der Rätselseite weitergeleitet.

      Ich freue mich schon auf eure Lösungsvorschläge.

      Viel Spaß dabei :nikolausbiggrin:





      Euer Jingel :weihnachtsmaus1:
    • Guten Morgen zusammen,

      es ist vollbracht, wir haben Heilig Abend :nhappy:

      Erstmal möchtet ihr bestimmt die Lösung von dem Kreuzworträtsel wissen.
      Die Lösung lautet: Morgen kommt der Weihnachtsmann

      Das passt doch super, da haben meine Wichtelfreunde sich etwas tolles ausgedacht.

      Da ihr heute bestimmt noch einiges zu erledigen habt und sicher schon ganz aufgeregt seid,
      habe ich ein kleines feines Gedicht für euch.

      Der Stern

      Hätt einer auch fast mehr Verstand,
      Als wie die drei Weisen aus Morgenland,
      Und ließe sich dünken, er wär wohl nie
      Dem Sternlein nachgereist wie sie;
      Dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
      Seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
      Fällt auch auf sein verständig Gesicht,
      Er mag es merken oder nicht,
      Ein freundlicher Strahl
      Des Wundersternes von dazumal.

      Wilhelm Busch




      Ich möchte euch und all euren Lieben wunderschöne Weihnachtstage wünschen :weihnachtsmaus2:
      Euer Jingel :weihnachtsmaus1:
    • Guten Morgen zusammen,

      ihr wundert euch sicher warum ich noch da bin.
      Ich hatte gestern doch gar nicht Tschüss gesagt :nsquint:
      Dieses Gedicht fand ich noch sehr schön,
      die heiligen drei Könige haben sich bestimmt schon auf den Weg gemacht.

      Die heil’gen drei Könige aus dem Morgenland

      von Heinrich Heine

      Die heil'gen drei Könige aus dem Morgenland,
      sie frugen in jedem Städtchen:
      Wo geht der Weg nach Bethlehem,
      ihr lieben Buben und Mädchen?
      Die Jungen und Alten, sie wußten es nicht,
      die Könige zogen weiter;
      sie folgten einem goldenen Stern,
      der leuchtete lieblich und heiter.
      Der Stern blieb stehn über Josephs Haus,
      da sind sie hineingegangen;
      das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,
      die heiligen drei Könige sangen.




      Ihr Lieben,

      schauen die drei nicht süß aus?
      Sie waren eine Hamsterkinder-WG und sind, als sie groß genug waren, in ihr Einzel-Zuhause gezogen :nhappy:

      An dieser Stelle möchte ich mich nun von euch verabschieden.
      Ich habe mich sehr gefreut, das ihr mich durch die Weihnachtszeit begleitet habt
      und hoffe wir sehen uns im nächsten Jahr wieder.

      Bis dahin

      Euer Jingel :weihnachtsmaus1:

      PS. Ein ganz großes Dankeschön an all die Wichtel, die mir geholfen haben diesen Adventskalender zu füllen :nlove:
    • Lieber Jingel, :weihnachtsmaus1:

      ganz viel lieben dank für die schönen Geschichten, Rezepte, Gedichte und Verse.

      Es zauberte mir jeden morgen ein lächeln ins Gesicht.

      Meine Nagimaus Lagertha und ich wünschen dir auch ein frohes Weihnachtsfest. :weihnachtsmaus2:
      Liebe Grüße Chris :hsmiley:

      Pate von Schröder, Frieda und Mayrik

      Im Regenbogenland Lagertha, Moritz, Kevin und Chelsea, und den Patenhamstern im Herzen.

      Was denkt ein Zwerghamster??
      "Gott ist groß, der Mensch ist klein, ich muß wohl dazwischen sein..." :hgrins: