Allgemeines

Informationen zur Krankheit

Bei Diabetes handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel aufgrund von Insulinmangel oder einer
Insulinresistenz zu hoch ist.
Diabetes lässt sich in zwei Typen unterteilen:

Typ 1: Die für die Insulinproduktion zuständigen Zellen in der Bauchspeicheldrüse sind aufgrund von Vererbung größtenteils zerstört und können kein Insulin mehr produzieren. Beim Menschen greift man in diesem Fall auf Insulinspritzen zurück. Dies ist bei Zwerghamstern nicht möglich. Die Veranlagung für eine Typ 1- Diabetes wird vererbt, nicht aber die Krankheit selbst. Dies bedeutet, dass Nachkommen von Diabetes-positiv getesteten Elterntieren nicht zwangsläufig auch daran erkranken müssen, die Wahrscheinlichkeit dazu aber gegeben ist.
An der Typ 1-Diabetes erkranken im Durchschnitt mehr weibliche als männliche Tiere, ebenso ist die Lebenserwartung für erkrankte Weibchen geringer, als bei männlichen erkrankten Tieren. Die Prognose für Zwerghamster mit Typ 1-Diabetes ist eher ungünstig, meist sterben die Tiere innerhalb des ersten Lebensjahres.

Typ 2: Bei der Typ 2-Diabetes sind ein Großteil der insulinproduzierenden Zellen noch intakt. Oftmals hat sich allerdings aufgrund von Übergewicht oder zu zuckerhaltiger Ernährung eine Insulinresistenz ausgebildet, die dann zur Diabeteserkrankung führt. Bei diesen Fällen kann häufig bereits eine Ernährungsumstellung mit Diät helfen, die Erkrankung einzudämmen. Bricht die Diabetes nach dem 5. Lebensmonat aus, kann man von Diabetes Typ 2 ausgehen.

Diabetes kann in jedem Alter des Tieres auftreten. Als kritische Zeitspannen können aber nach Züchtererfahrung der dritte bis vierte und der zehnte bis zwölfte Lebensmonat genannt werden.

Gefährdete Arten:

  • Campbell-Zwerghamster
  • Hybriden, also Kreuzungen aus Campbell-Zwerghamstern und Dsungarischen Zwerghamstern
  • Chinesische Streifenhamster
  • Dsungarische Zwerghamster im Farbschlag „mandarin“ und daraus resultierenden Züchtungen wie zum Beispiel „camel“

Warum sind so viele Hamster von Diabetes betroffen?

Die Gründe für eine verstärkte Erkrankung an Diabetes bei Zwerghamstern sind vielschichtig und nicht immer ergründbar. Nichtsdestotrotz gibt es verschiedene Anhaltspunkte, die Aufschluss über den Grund einer Erkrankung geben können.

Campbell-Zwerghamster stammen ursprünglich aus sehr kargen Gegenden. Den „Luxus“ vieler Futtermittel sind die ursprünglichen Campbells nicht gewohnt. Vielmehr findet die Wildform unserer Haustiere vornehmlich zuckerarme Kost. Dies führt dazu, dass die Tiere von Haus aus eine gewisse Insulinresistenz mitbringen, wodurch sie zu guten Futterverwertern werden.
Verständlicher Weise zeigt sich der Stoffwechsel unserer Campbells durch das „westliche“ Angebot im Futternapf überfordert, weshalb auch bei gesunden Tieren durch falsche Ernährung Diabetes ausgelöst werden kann.

Ein zweiter Aspekt, den es bei der Suche nach den Gründen für die Diabeteserkrankungen bei Zwerghamstern zu berücksichtigen gilt, ist die Überzüchtung der Bestände. Dieser Aspekt lässt sich noch auf unzählige weitere Haustierarten ausweiten, die ebenfalls aufgrund von Überzüchtung unter Krankheiten zu leiden haben.
Campbells gibt es in sehr vielen, schönen Farbschlägen. Um zu den attraktiven Farbschlägen zu kommen, wurde die Diabetes-Problematik zeitweise in den Hintergrund gerückt, Schönheit ging ein ums andere Mal vor Gesundheit. Zudem wurden Campbells und Dsungaren verstärkt gekreuzt, um auch bei den Dsungaren neue Farbschläge zu erzielen. Auf diese Weise konnte sich die Diabetes gut ausbreiten.

Chinesische Zwerghamster wurden extra zum Zwecke der Diabetesforschung gezüchtet. Ihre Anfälligkeit ist also durch Pharmakonzerne, etc gewollt. Die Zwerge wurden zur Erprobung von Diabetesmedikamenten eingesetzt.

Schlussendlich war die Diabetesanfälligkeit der kleinen Zwerge auch lange Zeit vielen Haltern und Züchtern gar nicht bewusst, sodass Tests gar nicht oder nur selten stattfanden. Mittlerweile wird vielerorts häufiger getestet, sodass Diabetes natürlich auch häufiger festgestellt werden kann.

Krankheitsverlauf

Der Verlauf einer Diabetes bei Zwerghamstern kann, wie bei Menschen auch, unterschiedliche Wege gehen und Erscheinungsformen annehmen.
Verallgemeinernd kann gesagt werden, dass die Trinkmenge des Tieres mit Fortschreiten der Krankheit stark zunimmt. Gegen Ende der Krankheit trinkt der Hamster beinahe soviel, wie sein eigenes Körpergewicht, was zu Nierenversagen führt.
Viele der Tiere, die unter ständigem Durst leiden, schlafen in unmittelbarer Nähe zum Wassernapf. Oftmals zeigen sich die Hamster nach dem Verzehr von Trockenfutter sehr müde und schlapp und schlafen unter Umständen so schnell ein, dass sie es nicht mehr ins Häuschen oder eine andere Versteckmöglichkeit schaffen.
Die anhaltende Aufnahme und das Ausscheiden von Wasser, gepaart mit der Tatsache, dass Nahrung nicht mehr ausreichend verstoffwechselt werden kann, führt dazu, dass der Elektrolythaushalt der kleine Tiere aus dem Lot gerät. In diesem Fall kann es zu einer Ketoazidose kommen, die tödlich enden kann.
Diabeteskranke Hamster leider im Verlauf der Erkrankung häufig unter schlechtem, struppigem Fell und hin und wieder auch unter Juckreiz.
Wird ein diabeteserkrankter Hamster nicht krankheitsgerecht ernährt und steigen die Zuckerwerte weiter an, fällt das Tier in ein diabetisches Koma. In den meisten Fällen sterben die Hamster wenige Stunden später.

 

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